Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 41. (1990)

KUPRIAN, Hermann J. W.: „ …damit auch die Begabteren in Hinkunft dem Archivdienste treu bleiben…“. Ein Beitrag zur Geschichte des österreichischen Archivwesens 1892–1923

Hermann Kuprian Länder hinaus96), bis der überraschende Tod seines Leiters und Initia­tors Michael Mayr im Mai 1922 dieser institutionellen Entwicklung überhaupt ein Ende setzte. Hartnäckige bürokratische Obstruktion und wirtschaftliche Überlegungen im Zuge des Genfer Sanierungswerkes hatten die Oberhand behalten, als das Archivamt im Jänner 1923 unter dem Titel „Oberste Archivleitung“ in das Bundesministerium für In­neres integriert wurde, an dessen Spitze nunmehr Heinrich Kretsch- mayr trat97)- Der nächste größere Schritt zur inneren Ausgestaltung des österreichischen Archivwesens erfolgte 1930 durch die Errichtung eines „jüngeren Archivamtes“ zum Schutz der Schriftdenkmäler, das in seiner rein behördlichen Funktion gemeinsam mit dem Arehivreferat des Bundeskanzleramtes die „Keimzelle für die spätere Direktion des Beichsarchivs Wien und die heutige Generaldirektion des Österreichi­schen Staatsarchivs“ darstellte98). 96) Allerdings läßt sich die gesamte Arbeit und insbesondere die weiteren Pläne des Archivamtes nicht mehr vollständig rekonstruieren, weil die Akten beim Brand des Ju­stizpalastes am 15. Juli 1927 vernichtet wurden. Vgl. Bittner Gesamtinventar 120 Anmer­kung 4. 97) Vgl. ebenda, 120f.; Goldinger Archivwesen 49. 98) Goldinger Archivwesen 53; Kurt Peball Das Österreichische Staatsarchiv. Ge­schichte - Leistung - Aufgabe in Das Österreichische Staatsarchiv. Eine Dokumentation anläßlich der Eröffnung des Neubaus am 28.April 1988, Wien 1988 9-18. 214

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