Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)

SCHMIDL, Erwin A.: Zur Geschichte der k. (u.) k. Konsularvertretungen im südlichen Afrika bis zum Ersten Weltkrieg

K. u. k. Konsularvertretungen im südlichen Afrika 271 Oberstleutnant entsprechend) ernannt, bis Februar 1920 verblieb. Nach seiner Rückkehr aus Brasilien wurde Kostanjevic im neuen Staatsamt für Äußeres beschäftigt, am 25. April 1921 auf die Republik Österreich vereidigt und mit 3. Mai 1921 in den österreichischen Bundesdienst übernommen. Nach einer kur­zen Tätigkeit als Leiter der Konsulate in Preßburg und Stuttgart wurde er Ende 1922 als Regierungsrat in den dauernden Ruhestand versetzt und über­siedelte Ende 1923 nach Passau-Haidenhof. Neue Admin. Reg. 56 Personalia Kostanjevic; KA Qualifikationslisten Faszikel 1557; Jahrbuch 21. Jg. (1917) 329. Otto von Lieder d’Ellevaux wurde am 3. Oktober 1856 in Unter-Meidling (Wien) als Sohn eines kaiserli­chen Rates geboren. Nach der Matura absolvierte er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger im Fuhrwesenkorps. Am 20. Dezember 1875 zum Leutnant der Reserve ernannt, wurde der als „sehr fleißig“ geschätzte und auch sonst sehr gut beurteilte kleine, untersetzte Offizier am 15. Juni 1878 zur aktiven Dienstleistung einberufen und führte im bosnisch-herzegowinischen Feldzug einen Zug der 3. Tragtiereskadron, allerdings ohne in ein Gefecht zu kommen. Nach zwei Waffenübungen wurde Otto Lieder 1882 zum Reserveoberleutnant ernannt und 1885 zum 3. Landwehr-Ulanenregiment versetzt. Doch schon neun Jahre vorher, 1876, hatte Otto Lieder die Kanzleiaspiranten- Prüfung abgelegt und war ins Ministerium des Äußeren übernommen worden. Mit Allerhöchster Entschließung vom 15. Dezember 1882 wurde der Adel von Friedrich D’Ellevaux auch dessen Bruder, dem Vater des damaligen k. u. k. Hof- und Ministerialoffizials Otto Lieder, verliehen. Letzterer durfte sich nun­mehr ebenfalls „von Lieder d’Ellevaux“ nennen. Für seine vorbildliche Dienst­leistung im Ministerium — er war von 1882 bis 1895 der Kanzlei der Delegation des Reichsrates zugeteilt — wurde Otto von Lieder auch mehrfach ausgezeichnet, so 1887 mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit Krone und 1895 mit dem Ritter­kreuz des Franz Josephs-Ordens. Doch erst 1895 wurde von Lieder in den Außendienst übernommen und an das k. u. k. Konsulat in Amsterdam berufen, wo ihm 1896, mit 40 Jahren, der Titel eines Vizekonsuls verliehen wurde. Sein Vorgesetzter schätzte ihn als „überaus gewissenhaften, unbedingt verläß­lichen Funktionär“ und lobte das „persönlich gewinnende, zuvorkommende We­sen Herrn von Lieder’s und sein ruhiges, sich stets gleichbleibendes Gehaben“ sowie „den außergewöhnlichen Pflichteifer“, den er an den Tag legte. Interimi­stisch führte der Vizekonsul 1897/98 das Honorarkonsulat Antwerpen, 1898— 1900 das Generalkonsulat in Hamburg. Die nächste Verwendung im Außendienst für Lieder, der 1899 zum Konsul ernannt worden war, war jene als Leiter des k. u. k. Generalkonsulates in Kapstadt von 1903 bis 1914. Seine Arbeit in Südafrika war für die Donaumonarchie bedeutend. Aufbauend auf den Leistungen Hirschs und Rambergs konnte Lieder Ruf und Ansehen Österreich-Ungarns im südlichen Afrika vermehren. Lieder wurde auch als erster und einziger der k. u. k. Konsularvertreter im südlichen Afrika 1908 Titular-Generalkonsul und 1910 effektiver Generalkonsul II. Klasse. Nach sei­ner Rückkehr nach Europa wurde er bereits 1915 in den Ruhestand versetzt; in Anerkennung seiner Verdienste im südlichen Afrika erhielt er 1915 das Komturkreuz des Franz Josephs-Ordens verliehen. 1920 bot er dem Staatsamt für Äußeres sogar an, „sollte sich zu irgendeinem Zeitpunkt ... die Notwendigkeit der Entsendung eines Funktionärs nach Süd- Afrika ergeben, ... ohne jeden Anspruch auf Diäten oder ein außerordentliches Honorar, nur gegen Ersatz der faktischen Reise- und Aufenthaltskosten meine Dienste zur Verfügung zu stellen“, um die Reste des Konsulatsarchivs zu über­nehmen und wieder eine konsularische Vertretung Österreichs in der Süd-

Next

/
Oldalképek
Tartalom