Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 37. (1984)
SPIELMAN, Danila Cole – THOMAS, Christiane: Quellen zur Jugend Erzherzog Ferdinands I. in Spanien. Bisher unbekannte Briefe Karls V. an seinen Bruder (1514–1517)
Quellen zur Jugend Erzherzog Ferdinands I. 33 Johann von Spanien, Gemahls der Erzherzogin Margarete, gewesen: Castrillo Benito Tradition und Wandel 417f, 425. Der nun von K bestellte Diego de Guevara war ein in den Niederlanden lebender Kastilier, der in Opposition zu Ferdinand von Aragon gestanden war: ebenda 425. Für Lachaulx siehe n. 8/2. Alonso Téllez Girón, der als Stellvertreter für Guevara und Lachaulx nominiert wurde, gehörte zum Rat Ximénez' und war ein enger Freund Adrians: Walser-Wohlfeil Die spanischen Zentralbehörden 136f Anm. 20. Tatsächlich war auch Téllez Girón nicht anwesend, sodaß Ximénez den Marquis de Aguilar einsetzte. Insgesamt wurden vom Kardinal - die beiden Guzmän und Osorio eingerechnet - 30 Hofstaatsangehörige entfernt und damit F ein Großteil seiner Vertrauten entzogen: Castrillo Benito Tradition und Wandel 426. — Seit dem Konsistorium vom 1. Juli 1517 war Adrian nicht nur Bischof von Tortosa, sondern auch Kardinal: Eubel Hierarchia 3 18. - K reiste am 7. September abends nach Vlissingen, schiffte sich in der Nacht vom 7. auf den 8. September ein und segelte am 8. September ab: Foronda y Aguilera Estancias 93f. 4] Das Abschneiden des unteren Papierrandes bedingt das Fehlen der Gegenzeichnung. Aufgrund der noch vorhandenen dekorativen Schlußfloskel, die derjenigen von n. 10 (Bauer 8 a) auf fol. 78 entspricht, steht Villegas als gegenzeichnender Sekretär fest. - Die Nachschrift K’s, die Bauer ohne Kenntnis des Originals unbekannt bleiben mußte, wiederholt in knappen, befehlenden, ja diktatorisch anmutenden Worten das, worauf es K ankam: Befolgung des Inhalts durch F mit der Begründung des Nutzens für K und F. Geradezu verblüfft stellt man fest, daß hier eine sehr frühe Anwendung jenes Grundsatzes vorliegt, den Horst Rabe Elemente neuzeitlicher Politik und Staatlichkeit im politischen System Karls V. in Das römisch-deutsche Reich im politischen System Karls V., hg. von Heinrich Lutz (Schriften des Historischen Kollegs 1, München 1983) 181-184 als Merkmal für den Gebrauch der Eigenhändigkeit K’s herausgearbeitet hat: Alles das, was K selbst niederschrieb, hatte absolute Gültigkeit, hatte unwidersprochen zu bleiben, war seine unwiderruflich letzte Entscheidung. 10 (Bauer 8 a) Karl an Ferdinand 1517 Oktober 16. Aguilar. 1. K’s Verpflichtungen gegenüber seiner Mutter Johanna machen es ihm zur wichtigsten Aufgabe, nach Spanien zu kommen, um sie zu besuchen. K’s Schwester Eleonore begleitet ihn. 2. Danach wird er F mitteilen, wo sich die Brüder treffen werden. Erst bei seiner Ankunft in Valladolid sollen auch die Granden dort erscheinen. Wiederholt seine Absicht, seine Mutter aufzusuchen. Wien, HHStA Familienkorrespondenz A 1 fol. 78. Or. oben und unten beschnitten. Eigenhändige Unterschrift. Gegenzeichnung: Villegas secr[eta]r[i]o visa manu propria. Schreiber B mit Einsetzung des Tagesdatums durch Villegas. Rückvermerk: Al illustrisi- mo ynfante nuestro muy caro e muy amado hermano. 1] Illustrisimo ynfante nuestro muy caro e muy amado hermano. Ya sabéys quanto somos obligados al servigio*’ de la reyna nuestra seriora madre, e como haziendo esto cunpliendo con lo que a Su Alteza devemos, Dios Nuestro Senor terna [!] espegial cuydado de nuestra vida e persona real e acresgentamiento de nuestros reynos. La pringipal causa que me conpelió a venir en estos reynos fue por veer e servir e consolar a Su Alteza en todo lo a mi posible. E asy queriendo cunplir esto he determinado primero e antes que en ninguna otra cosa dei reyno Mitteilungen, Band 37 3