Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)
SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich
Rezensionen 507 „Es scheint leichter zu sein, schöne Städte auszustreuen, als schöne Landschaften“ (S. 24). — . daß eine solche Wasserfläche, gelagert im schwellenden, üppigen Samt einer ... Aue, welche in stolzer Sprache der Baumwelt seltene Spiele der schönen Natur den säuselnden Schmuck der Erde in einzelnen Gruppen emporträgt ..(S. 34). — „Übrigens sind ja die gediehenen Hölzer an ihre zweckmäßigeren Örter leicht und mit dem lohnendsten Erfolg zu versetzen, wenn man nur weniger frivol in diesem Geschäft sein wird“ (S. 35). — „Die Mitte dieses prächtigen Haines ... möchte ich als ein vegetierendes, belebtes Pantheon vorschlagen“ (S. 84). Die Abhandlung schließt mit der Berechnung der nötigen Erdarbeiten und der diesbezüglichen Arbeitsstunden und -kosten sowie mit einer (nicht vollständigen) Übersicht der zu erwartenden Einnahmen aus Meierei, Wirtshaus, Tanzhalle und Sommertheater. Die Kosten für die erste Anlage sollten durch Spenden aller Bürger von Pest und aus allen Landesteilen in der Höhe zwischen 1 und 50 Gulden pro Person und Jahr aufgebracht werden (S. 96). Was die Mitwelt zu Nebbiens Ausführungen meinte, wissen wir leider nicht, denn sein Traktat wurde nicht gedruckt und das Stadtwäldchen auch nur ansatzweise nach seinem Plan eingerichtet. Die editorische Arbeit beschränkt sich auf Ergänzung der schlecht lesbaren botanischen Fachausdrücke und auf den genauen Nachweis der von Nebbien gebrachten Zitate aus Abhandlungen und Gedichten zur Landschaftsgärtnerei. Seine individuelle Orthographie wurde unterdrückt, nur im Titel ist „Folks-Garten“ stehengeblieben. Man gewinnt den Eindruck, daß die Herausgeberin ihrem Autor nicht mit der nötigen Distanz gegenüber steht. Es mag sein, daß es zu wenig erschlossene Quellen zur historischen Gartenkunst gibt, doch ist es sehr fraglich, ob mit dem vorliegenden Text der Wissenschaft gedient ist. Es fehlen leider auch alle Hinweise darauf, inwieweit Nebbiens Kenntnisse und Vorschläge tatsächlich neu oder fortschrittlich waren, — oder ob er nicht einfach deswegen bekannt wurde, weil er als Einziger seiner Zunft die Hemmung des Praxis-Orientierten gegenüber einer schriftlichen Fixierung seiner Beobachtungen überwand. Jedenfalls wäre es nicht überflüssig, etwas ausführlicher über die weiteren Umstände von Nebbiens Wirken informiert zu werden. Es ist auch gar nicht so sicher, daß der Traktat in der vorliegenden Form schon fertig war; es fehlen etwa auf den S. 117 und 118 die genauen Zahlenangaben für Einnahmen, für die ein Platz frei gelassen wurde. Der Publikation sind auch dreizehn Abbildungen beigegeben; zwölf davon hat Nehring schon in ihrer Abhandlung über Stadtparkanlagen veröffentlicht. Immerhin sind einige davon jetzt qualitätvoller reproduziert, so daß auf Abb. 5 das von Nebbien erhoffte „lustwandelnde Publikum ... in sechs konzentrischen, sich gegeneinander bewegenden Kreisen“ (S. 48) zu erkennen ist. Alles in allem: Wenn das Finnisch-Ugrische Seminar an der Universität München beabsichtigen sollte, weitere Manuskripte dieser Art zu