Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich

454 Literaturberichte Diese Ergänzungen und in einigen wenigen Fällen Berichtigungen schmä­lern aber, darauf sei nochmals verwiesen, keineswegs die wirklich aner­kennenswerte Leistung des Vf’s, der mit einer Schlußbetrachtung eine gute Zusammenfassung seiner Untersuchungen über das Kanzlei- und Ur­kundenwesen dieses Herrschers bietet. Daß selbstverständlich auch die entsprechenden Register — Verzeichnis der behandelten und auch nur er­wähnten Urkunden, der Personen und Orte sowie der Sachen und Wör­ter —, ein Literaturverzeichnis und vor allem 17 Abbildungen als Belege für alle Schreiber vorhanden sind, ist abschließend auch noch festzuhal­ten. Friedrich Hausmann (Graz) Die Ostarrichi-Urkunde. Faksimile im Originalformat der Urkunde aus dem Besitz des Bayerischen Hauptstaatsarchivs München, Kaiserselekt 859. Ein­leitung, Transkription und Übersetzung von Adam Wandruszka. Akade­mische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1981. 23 S., 1 Faksimile. In der großen Babenberger-Ausstellung im Stift Lilienfeld war 1976 ne­ben vielen anderen Urkunden auch jenes Diplom Ottos III. vom 1. Novem­ber 996 zu sehen, in dem die deutschsprachige Form des Namens Öster­reich zum ersten Mal urkundlich belegt ist. Diese sogenannte Ostarrichi- Urkunde, die 1946 zum Anlaß einer 950-Jahrfeier genommen wurde, ent­hält eine Schenkung des Königshofes Neuhofen an der Ybbs an das Bistum Freising und wird daher, worüber viele an der Geschichte Öster­reichs Interessierte immer wieder staunen, dem Provenienzprinzip gemäß im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München aufbewahrt. Die vorliegende Druck- und Faksimileausgabe durch W. verdankt ihr Ent­stehen der in Neuhofen aufgebauten Ostarrichi-Gedenkstätte, an deren Zustandekommen W. gleichfalls wesentlich beteiligt war. Sie enthält neben einem mustergültigen Faksimile den Text der Urkunde nach der Edition der Monumenta Germaniae Historica samt deutscher Übersetzung und Erläuterungen der formelhaften Urkundenteile. In einer dem Ur­kundentext vorangeschickten Einleitung interpretiert W. die rechtlichen Bestimmungen der Urkunde, die er gleichzeitig in den weiten historischen Zusammenhang der Staatswerdung Österreichs und der Entwicklung des Österreichbegriffes einordnet. Auf Literaturangaben, etwa die Erwähnung der Arbeiten von Alphons Lhotsky (Ostarrichi in Aufsätze und Vor­träge 1 [Wien 1970] 221—244) und Heinrich Appelt (Zur diplomatischen Beurteilung der Ostarrichi-Urkunde in Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich NF 42 [1976] 1—8), oder auf die Angabe des Druck­ortes in der Reihe der Diplomata der Monumenta Germaniae Historica wurde leider verzichtet; trotzdem kann die gesonderte Veröffentlichung dieser für die österreichische Geschichte so bedeutsamen Urkunde nur begrüßt werden. Leopold Auer (Wien)

Next

/
Oldalképek
Tartalom