Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)

SCHÖDL, Günter: Zur Forschungsdiskussion über alldeutsch-deutschnationale Politik in der Habsburgermonarchie und im Deutschen Reich

Referate 439 stellte Frage nach der „Motivation“ der sowjetischen Österreichpolitik im Jahre 1955 zu beantworten. Abschließend sei zur inhaltlichen wie formalen Gestaltung der Edition Stellung genommen. Der Hg. hat selbst in seiner Einleitung die Be­schränkung auf gewisse Schwerpunkte hervorgehoben. Chronologisch ge­sehen fällt die relativ dichte Dokumentation des Jahres 1945 sowie der Jahre 1954 und 1955 auf. Betrachtet man die Beziehungen zwischen Öster­reich und den einzelnen Großmächten, so wird wohl der Frage des so­wjetisch-österreichischen Verhältnisses mehr Raum gegeben als den Beziehungen zu den Westmächten. Zwar wird ein Unterabschnitt als „Weichenstellung zur wirtschaftspolitischen Westintegration“ bezeichnet (S. 17), doch das Wachsen der zunehmend engen Beziehungen zu den West­mächten, insbesondere der große Komplex von Marshall-Plan und OEEC, in den Jahren von 1947 bis 1952 kommt in dieser Edition nicht zum Aus­druck. Die Edtion setzt „punktuelle“ Schwerpunkte, sie vermittelt nicht das „Profil“, gewissermaßen die Kurven der (positiven oder negativen) Entwicklung der Beziehungen Österreichs zu den vier Großmächten zwi­schen 1945 und 1955. Am geschlossensten, weil durch eine größere Zahl von enger zusammenhängenden Aktenstücken repräsentiert, wirkt die Do­kumentation des Weges zu Staatsvertrag und Neutralität in den Jahren 1954 und 1955. Formal hat sich Sch. bemüht, die materiell sehr bescheidene Edition (Ma- schinschrift im Offset-Verfahren) übersichtlich für den Benützer zu ge­stalten, u. a. mit der Einführung einer Zeilenzählung zur besseren Zitier- barkeit. Leider sind aber einige durchaus lösbare Fragen ungelöst dem Be­nützer vorgelegt worden. Alle als unleserlich bezeichneten Unterschriften oder Paraphen sind entzifferbar: In den Dokumenten nn. 61 und 62 lautet der Name des Kabinettsdirektors der Präsidentschaftskanzlei (Wilhelm) Klastersky. In Dokument n. 19 handelt es sich nicht um eine Unterschrift, sondern die Paraphe Heinrich Wildners, in Dokument n. 29 (S. 48) um die Paraphe Rudolf Seemanns, in Dokument n. 69 (S. 178, Zeile 5) um die Paraphe Arno Halusas. Dazu kommt, daß manche handschriftlichen Ver­merke falsch gelesen werden, z. B. S. 26, Zeilen 32 und 33 oder S. 48, Zei­len 17 und 18. Mehrfach kommt es zu Verwechslungen zwischen dem ersten Generalsekretär des Außenamtes nach 1945 Heinrich Wildner und dem Generalsekretär der Jahre 1953 bis 1955 Karl Wildmann. Der Name Wildmann anstatt Wildner ist einzusetzen bei den Dokumenten n. 109, S. 250, n. 110, S. 254, n. Ill, S. 264 und S. 267. Im Personenregister fiel, offenbar durch Abschreibfehler, der Name Heinrich Wildners aus, diesen betreffende Seitenangaben werden unter der Eintragung Karl Wildmann geführt, den letzteren betreff ende Seitenverweise wurden ausgelassen. Ver­meidbar gewesen wäre auch die doppelte Erfassung des österreichischen Politikers (und zeitweise Diplomaten) Karl Waldbrunner im Personenre­gister, einmal als „Zivilist im Stab Generalleutnant Morosows,“ da sich aus der Lektüre des Aktenstücks n. 29 (S. 47) ergibt, daß Waldbrunner

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