Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 36. (1983)
HAUPT, Herbert: Kulturgeschichtliche Regesten aus den geheimen Kammerzahlamtsabrechnungen Kaiser Josephs I. (1705–1711)
330 Herbert Haupt merzahlamtsrechenbücher machen die Ausgaben aus. Sie werden in Quartalen angeführt und umfassen jeweils drei Gruppen: Den zuerst verzeich- neten Ausgaben für Spiel- und Fuhrgelder sowie Kurier- und Fourage- kosten folgt die Besoldung der mit einer eigenen „Pension“ versehenen Bediensteten, unter denen sich auch die Hof- und Kammerkünstler befinden. Diese und die letzte Gruppe der sogenannten „Extraausgaben“ beinhalten naturgemäß eine Fülle kulturgeschichtlicher Nachrichten, die an dieser Stelle bekanntgemacht werden sollen. Auszüge aus den vorliegenden Archivalien wurden von Herwig Knaus Die Musiker in den geheimen kaiserlichen Kammerzahlamtsrechenbüchern (1669, 1705—1711) in Anzeiger der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 106 (1969) 14—38 und Julius Fleischer Das kunstgeschichtliche Material der Geheimen Kammerzahlamtsbücher in den staatlichen Archiven Wiens von 1705 bis 1790 (Quellenschriften zur barocken Kunst in Österreich und Ungarn 1, 1932) veröffentlicht. Sie werden im Falle Fleischers mit der Sigle (F) gekennzeichnet. Für Knaus konnte eine derartige Kennzeichnung unterbleiben, da sich praktisch alle der hier vorgelegten und Musiker betreffenden Nachrichten auch in der oben genannten Studie von Knaus finden. Das für heutige Ansprüche allzu rigorose Auswahlprinzip Fleischers, die von Knaus nicht selten abweichenden Lesarten und vor allem der Wunsch, die vorliegenden Archivalien als für das kulturelle Leben am Hofe Kaiser Josephs I. in ihrer Gesamtheit charakteristische Einheit zu publizieren, ließen die Wiederholung schon bekannter Zitate dennoch als vertretbar erscheinen. Um zu vermeiden, daß der Text durch zu häufige Fußnoten belastet wird, finden sich kurze biographische Hinweise zu Künstlern und Kunsthandwerkern — wo dies möglich war — im abschließenden Namensregister. Das diesem vorangestellte Berufsregister versteht sich als weiterer Versuch, die Benützung der vorliegenden Archivalien zu erleichtern und sie wissenschaftlich zu erschließen. Für die biographischen Hinweise wurde folgende Literatur herangezogen (alphabetische Reihung): Juergen A b e 1 e r Meister der Uhrmacherkunst (Wuppertal 1977) Johann Christoph Adelung Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinen Gelehrten-Lexico ... Band 1—2 (Leipzig 1784) Anna Coreth österreichische Geschichtsschreibung in der Barockzeit (1620— 1740) (Veröffentlichungen der Kommission für neuere Geschichte Österreichs 37, 1950) Karl Friedrich von Frank Standeserhebungen und Gnadenakte für das Deutsche Reich und die österreichischen Erblande bis 1806. Band 1—5 (Schloß Senftenegg 1967—1974) Max Frankenburger Die Alt-Münchner Goldschmiede und ihre Kunst (München 1912) The New Grove’s Dictionary of Music and Musicians. Band 1—20 (London 1980)