Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 33. (1980)

HAUPT, Herbert: Kultur- und kunstgeschichtliche Nachrichten vom Wiener Hofe Erzherzog Leopold Wilhelms in den Jahren 1646–1654

Kultur- und kunstgeschichtliche Nachrichten 1646-1654 349 Schreibung der musicalischen büecher . . . paar eingenomben fl. 150. - HZB 245 fol. 48 v-49 r 9 No. 147. Der Maria Wolffin9) wittib püxenschüffterin in Wienn weegen gemachten pfeil zur comedi... fl. 80. - HZB 245 fol. 55 r 1648 10 No. 295. 11 No. 304. 12 No. 318. 13 No. 339. 14 No. 349. Herrn Caspar Sindterspichler, burger und handlsman in Wienn, hat umb für ihr hochfür. dhr. dargebnen bilter . . . paar erhalten 82 fl. 30 kr. [Januar 11].- HZB 246 fol. 75 v-76 r Dem Petter Canneharz10), bildthauer in Wienn, vor ein gemachtes bildt vom holz lebensgroß, nachmals von clarer weisser leinwath gepagt [grundiert] und mit färben geferbt, sambt einem merser von einem weissen marmorstain ... fl. 45 [Januar 9]. — HZB 246 fol. 78 v-79 r Herrn Giosepo Zamponi11), ihrer hochfür. durch, neu aufgenombenen cappellmaister, habe ich die ihme auf die raiß nach Niderlandt fünff- hundert, dann weegen verrichter pollnischer raiß dreyhundert unnd für den lehrjungen ... zu verpflegen ainhundert gulden . . . paar entricht fl. 900 [März 14], - HZB 246 fol. 82 v-83 v Zachariasen Lauffer12), burger und zingüesser in Wienn, hab ich . . . entricht fl. 60. - HZB 246 fol. 88 v Herrn Arnoldt Schainternel13), hoff jubilier, habe ich . . . vor dar­gebnen glößer . . . bezalt fl. 14 [Juni 26], - HZB 246 fol. 91 r—91 v 1652/53 zum Reichstag nach Regensburg. Wenig später, am 12. September 1654, starb Georg Moser im Alter von 70 Jahren am Kienmarkt in Wien. Vgl. Knaus 1 15, 26, 39, 64, 88; Mares 346; Lhotsky 339. 9) Wahrscheinlich die Gattin des Wiener Büchsenschäfters Georg Wolff, der am 3. Juli 1627 als neuer Meister genannt wird: Hans Schedelmann Die Wiener Büch­senmacher und Büchsenschäfter (Die Deutschen Büchsenmacher 1, Berlin 1944) 34. 10) Der in den Quellen sehr divergierend geschriebene (Canneharz, Conkhort, Co- vehartz) Baumeister und Bildhauer unterschrieb sein Testament vom 10. Dezember 1654 (publiziert am 30. April 1658) mit Peter Concors. Er führte bis 1648 den Titel ei­nes Kammerbildhauers. In dieser Eigenschaft war er 1647 auch für Erzherzog Leopold Wilhelm tätig. Im Juni 1648 übernahm Concors von Lukas Frischenhauser das Amt des Hofbauschreibers und hatte damit die Aufsicht über die kaiserlichen Häuser in Wien inne. Peter Concors entwarf u. a. das castrum doloris Kaiser Ferdinands III. in der Au­gustiner Hofkirche. Vgl.: Michael Brix Trauergerüste für die Habsburger in Wien, in Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 26 (1973) 208—265; Gugitz 125; Haupt Einlei­tung XI, XIV und passim; Lhotsky 355; Mareä 344; Schlager 716. u) Über den Musiker konnten keine Nachrichten eruiert werden. Die vorliegende Nennung scheint die erste bis jetzt bekannte Erwähnung des Künstlers zu sein. 12) Er war bürgerlicher Zinngießer in Wien und besaß ein Haus am Salzgries im Schottenviertel. Sein Testament Nr. 5772 vom 17. November 1656 (publiziert am 27. Oktober 1657) befindet sich im Wiener Stadt- und Landesarchiv. Läufer ist in den Jahren 1649 und 1650 mit dem Titel eines kaiserlichen Hofzinngießers nachweisbar und erhält für „Hofzinnarbeit“ und die Lieferung von Zinngeschirr je 98 Gulden be­zahlt: Gugitz 135; Haupt nn. 189 und 215; Mais 20. ,3) Er stammt aus einer traditionsreichen Augsburger Goldschmiedefamilie. Arnold Schantemell ist mit dem Titel eines Hofjuweliers in den Rechnungsbüchem Kaiser Ferdinands III. seit 1646 mehrfach als Lieferant von Tafelsilber, Silbergeschmeide und dgl. nachweisbar. Vgl. Haupt Einleitung V und passim; Lhotsky 351; Thieme- Becker 29 579; Anton Werner Augsburger Goldschmiede (Augsburg 1913) IX und 37f (aber ohne Nennung des hier besprochenen Arnold Schantemell).

Next

/
Oldalképek
Tartalom