Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 31. (1978) - Festschrift für Richard Blaas

Kurt PEBALL: Führungsfragen der österreichisch-ungarischen Südtiroloffensive im Jahre 1916

Führungsfragen der Südtiroloffensive 1916 433 darin, daß man dies hier nicht wußte, sehe ich eben wieder ein Verschulden des Ar­mee-Oberkommandos, das in seinen lichten Höhen thront und jeden Zusammenhang mit der Truppe und deren Führern verloren hat. Seit wann Baron Conrad seine Ar­meeführer nicht gesehen hat, ist fraglich. Wenn er aber auch einzelne derselben seit Kriegsausbruch überhaupt sah, so war es gelegentlich einer oder zwei oder drei re­präsentativen Frontreisen, bei denen es keine militärisch wichtigen Gespräche geben konnte. Jede persönliche Beziehung zu ihnen, jede Einflußnahme auf sie außerhalb der technischen Befehlsgebung fehlte. Ebenso fremd steht er der Truppe gegenüber, so daß er - und mit ihm sein ganzes Bureau - keine Ahnung von ihren Fähigkeiten und Be­dürfnissen hat. Die Folgen dieses Absperrsystems liegen klar zu Tage. Ist der verlä­sterte Hofkriegsrat nicht etwa in unserem Armee-Oberkommando wiedererstanden, das hunderte Kilometer von den Fronten entfernt, den Krieg nach der Papierform verwaltet? Mitteilungen, Band 31 28

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