Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)
Zur publizistischen Auswertung des österreichisch-jugoslawischen Archivabkommens. Eine Erklärung der Generaldirektion des Österreichischen Staatsarchivs
530 Literaturberichte Es ist sehr zu wünschen, daß seine Arbeitskraft für die noch ausstehenden drei Bände ausreicht, zumal für die Zeit bis 1519 das Quellenmaterial besonders umfangreich wird. Alfred Schröcker (Hannover) Robert A. Kann A History of the Habsburg Empire 1526—1918. University of California Press, Berkeley — Los Angeles — London 1974. XIV, 646 S. Der Autor dieses Buches, der aus Wien gebürtige und in den Vereinigten Staaten vom historisch interessierten Juristen zum juristisch geschulten Historiker gewordene Robert A. Kann, hat durch seine akademische Lehrtätigkeit an den Universitäten von Rutgers, Columbia und Princeton sowie durch seine zahlreichen der österreichischen Geschichte gewidmeten Werke, die meist mehrere Auflagen und oft auch eine rückübersetzte, erweiterte und umgearbeitete deutsche Ausgabe erlebten, schließlich durch eine große Zahl von auf beiden Seiten des Atlantiks veröffentlichen Untersuchungen und Abhandlungen entscheidend zu dem so bemerkenswerten Aufblühen der — in den USA vielfach kurz als „Habsburg Studies“ bezeichneten — Studien zur Geschichte des alten Österreich beigetragen. Das vorliegende Buch darf daher als eine aus berufenster Feder stammende und in jeder Hinsicht besonders glückliche Zusammenfassung der Geschichte des Habsburger reiches von der Vereinigung der österreichischen Erbländer mit den Ländern der ungarischen und böhmischen Krone bis zur Auflösung der Donaumonarchie am Ende des Ersten Weltkriegs begrüßt werden; eine Zusammenfassung, in erster Linie bestimmt und geeignet für die weltweite englischsprechende Leserschaft und für Unterrichtszwecke, aber auch für den österreichischen Fachhistoriker von großem Interesse und Nutzen. Auf den ersten Blick scheint das Buch in der Tradition jener im letzten Lebensabschnitt der Donaumonarchie entstandenen „österreichischen Reichsgeschichte“ zu stehen, deren Konzept auch noch dem vierbändigen Handbuch von Karl und Mathilde Uhlirz und auch noch den beiden Bänden der Geschichte Österreichs von Hugo Hantsch zugrundelag, wobei sich die von jenen Autoren gefundene Lösung, die Geschichte der österreichischen Erbländer bis 1526 zu erzählen, dann rückgreifend die Geschichte der böhmischen und ungarischen Länder vor der Vereinigung mit Österreich und von da an die gemeinsame Geschichte der werdenden Donaumonarchie, des „Kaisertums Österreich“ und schließlich der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie, bei diesem auf den Zeitraum von 1526 bis 1918 umfassenden Werk von selbst erübrigte. Doch betont der Autor sogleich im Vorwort, daß im ersten, einleitenden Kapitel die spätmittelalterliche Geschichte der österreichischen Länder etwas ausführlicher behandelt wird, was durch ihre Rolle als Kernland der habsburgischen Macht und Basis für die dynastische Vereinigung von 1526 gerechtfertigt erscheint. „Von da an werden die verschiedenen politischen Einheiten und nationalen Gruppen der Habsburgischen Länder in völlig gleicher Weise behandelt.“ Dieses Streben nach möglichst umfassender und gerechter Behandlung