Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)
Zur publizistischen Auswertung des österreichisch-jugoslawischen Archivabkommens. Eine Erklärung der Generaldirektion des Österreichischen Staatsarchivs
Literaturberichte 503 Pressearchiv des Presse- und Informationsdienstes der deutschen Bundesregierung Roland Seeberg-Elverfeldt gewidmet; zugleich möchte sie aber „die literarische Lücke im Bereich des Presse-, Rundfunk- und Filmarchivwesens zwischen einführendem Schrifttum und Abhandlungen über spezielle Themen der modernen Datenverarbeitung schließen helfen“ (Vorwort S. 7). Die Beiträge sind in acht Gruppen zusammengefaßt, von denen die erste auf die Person des Jubilars (S. 16—33), die zweite auf das Berufsbild des Medienarchivars bezogen ist (S. 36—55). Entsprechend der beruflichen Tätigkeit Seeberg-Elverfeldts behandelt ein Großteil der Autoren (S. 58—• 228) Fragen der Pressearchive, speziell im Hinblick auf Informationserschließung und -Vermittlung. Die Fragestellung ist dabei zwar meist von den praktischen Interessen journalistischer Arbeit bestimmt, trotzdem finden sich hier auch viele Anregungen für die traditionellen Behördenarchive, von denen ja immer mehr gleichfalls eine Zeitungsdokumentation betreiben (vgl. u. a. die Artikel von Kurt K o s z y k Zwischen Datenverarbeitung und Schere, S. 160—168, Georg H e 11 a k Was ist informationspolitisch wichtig? S. 169—177, und Gerhard Mantwill Informationserfassung, Informationserschließung und Informationsvermittlung in einem Pressearchiv, S. 178—185). Daneben geht es vor allem um die Sicherung der Presseprodukte als Quelle, die durch den großen Raumbedarf von Zeitungen in Bibliotheken bedroht wird (Walter B a r t o n Zentralisierung und Dezentralisierung, S. 75—82), und um die sich als Ausweg anbietende Mikroverfilmung (Kurt K o s z y k Das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e. V., S. 83—84, und Wilhelm Peters Richtlinien für die Mikroverfilmung von Zeitungen, S. 151—158). Für den Zeitgeschichtler werden hauptsächlich Beiträge wie die von Friedrich Henning (Überlieferung und Archivierung der FDP-Presse, S. 85—88), Gert Hagelweide (Zur Problematik der „grauen Presse“ in Bibliotheken und Archiven am Beispiel der Presse der Heimatvertriebenen, S. 89—107), Gertrud Kuhn (Deutschsprachige Zeitungen des Auslands bis 1945, S. 108—118) oder Hildegard Schlüter (Pressearchiv und Dokumentation einer politischen Partei, S. 213—217) interessant sein. Eine eigene Gruppe bilden auch die Artikel über Rundfunk-, Bild- und Filmarchive (S. 230—279). Der große Quellenwert und der noch größere Umfang der von den Medien produzierten Information stellt den Historiker vor ganz neue Aufgaben und Probleme. Welche Möglichkeiten hier in der Bundesrepublik schon bestehen, zeigt der Aufsatz von Ludwig Kroll (Rundfunk, Archive und Geschichte, S. 230—235). Auch Österreich ist hier übrigens mit einem Beitrag von Wolfgang Ramjoué über den ORF vertreten (Gedanken über die Rückwärtsdokumentation in Fernseharchiven am Beispiel ORF, S. 257—260). Die beiden letzten Abschnitte sind allgemeinen Fragen der Informatik gewidmet. Hervorgehoben zu werden verdienen dabei die Ausführungen von Kurt S p o h n über Informationszentren: Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation im Dokumentations-, Bibliotheks- und Archivwesen (S. 282—298) und Albrecht Nürnberger über Maschinelle Dokumentation (S. 316—326). Insgesamt vermittelt der Band, dessen Beiträge hier