Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)

HEISS, Gernot: Die ungarischen, böhmischen und österreichischen Besitzungen der Königin Maria (1505–1568)

116 Gernot Heiß von Kunstadt 1527 übernommen hatte, oder um das in den Akten nach 1531 mehrmals genannte Darlehen des Johann von Kurowitz auf Brod an den König, wofür Maria mit Znaim nur die Bürgschaft übernommen hatte 28). Ferdinand ersuchte am 8. April 1527 Maria, Znaim von Kunstadt für einen seiner Diener auslösen zu dürfen, wofür sich jener der Königin in der­selben Art verpflichten würde 29). Maria hatte jedoch bereits dem Herrn von Mezric (vermutlich Heinrich von Lomnice und Mezric, der ihr häufig diente) gestattet, Znaim, das nur noch mit ungefähr 2000 fl. be­lastet war, auszulösen30). Anfang des Jahres 1528 bat Maria ihren Bruder, auf Znaim Geld auf neh­men zu dürfen (es war ihr ja nur auf Lebenszeit die Nutzung gegeben worden, und sie konnte deshalb ihr Leibgedinge nur mit Erlaubnis des Königs belasten), um damit von Mladnitz das Gut Schönwald mit dem Bergwerk Rudsky (Sumvald bei Joachimsthal?) zu erwerben. Ferdinand gab seine Zustimmung 31). Der Kauf dürfte jedoch ein Mißerfolg gewesen sein, denn Maria sandte noch im selben Jahr Nikolaus Scherentzky zu Ferdinand nach Prag und Wiener Neustadt, um ihm über den Schaden berichten zu lassen, der ihr in einigen ihrer Güter und Bergwerke in Mäh­ren zugefügt worden sei32 *). In den folgenden Jahren wird nur mehr Znaim als mährische Besitzung der Königin-Witwe genannt 3S). Mit Mezric hatte Maria Ende 1528 Streit, als sie mit ihrem Hofstaat von Ungarisch-Altenburg nach Znaim übersiedelte 34). Sie blieb hier mit kurzen Unterbrechungen bis September 1529 35) und hinterließ Schulden 28) Vgl. Maria an ihre Räte in Wien, 1533 Juni 20 Brüssel: Konzept im HHStA Familienakten 8; Maria an Ferdinand, 1533 Juni 20 Brüssel: Konzept im HHStA Belgien PA 27 fol. 63; siehe unten S. 118 f. 2») Ferdinand an Maria, 1527 April 8 Brünn, ed. Bauer — Lacroix Korrespondenz 2/1 51 f. s») Maria an Ferdinand, 1527 April 12 Preßburg, ed. ebenda 53 f. 31) Ferdinand an Maria, 1528 Februar 13 Gran: Kopie im HKA Gedenk­buch 300 fol. 31, wird von mir im Anhang zu Wolfram — Thomas Korres­pondenz 3 ediert werden. *2) Maria an Ferdinand, 1528 Juli 5 Ödenburg, ed Bauer — Lacroix Korrespondenz 2/1 258; Ferdinand an Maria 1528 Juli 25 Prag und Dezember 8 Wiener Neustadt, ed. ebenda 273 und 355. 38) Vgl. Instruktion Marias für Zelking an Ferdinand, s. d. (1531 Ende September Brüssel): Kopie im HHStA Ungarn 346, s. d., fol. 38 f (ist bereit, Znaim an Ferdinand gegen eine andere Besitzung abzutreten, da es die einzige Besitzung in Mähren sei und sie mit den Mährern nichts mehr zu tun haben wolle). 34) Maria an Ferdinand, 1528 November 30 Ungarisch-Altenburg, ed. Bauer — Lacroix Korrespondenz 2/1 347; Ferdinand an Maria, 1528 De­zember 8 Wiener Neustadt, ed. ebenda 355; Maria an Ferdinand, 1528 Dezember 26 Znaim, ed. ebenda 360 (Mezric hatte alle Lebensmittelvorräte wegbringen lassen). 35) Vgl. die Briefe ed. bei Bauer — Lacroix Korrespondenz 2/2.

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