Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)
HEISS, Gernot: Die ungarischen, böhmischen und österreichischen Besitzungen der Königin Maria (1505–1568)
102 Gemot Heiß vollmächtigter und Rat Ulrich von Eytzing mußte die langwierigen Verhandlungen führen und den Ausbau betreiben* 21). Bis 1539 hatte die Königin 4000 rh. fl. für den Schutz der Stadt ausgegeben und klagte darüber dem Bruder22); dieser wies jedoch darauf hin, daß sie aus der Herrschaft Einkommen (von jährlich 5000 bis 6000 rh. fl.)23) habe und deshalb nicht auf ihn alle Lasten abwälzen könne 24). Wegen der großen Ausgaben und der Türkengefahr war Maria schließlich geneigt, Schloß und Herrschaft Altenburg abzutreten25). Die Herrschaft wurde auch bereits in die Teileinigung aufgenommen, die Ferdinand mit Marias Räten in Prag am 9. Oktober 1547 traf26), und nach dem Augsburger Vergleich vom 7. März 1548 27) wurde sie bereits am 16. April an Ferdinands Bevollmächtigte übergeben28). Zacharias Wochnitzki, der zuletzt Marias Hauptmann und Gespan von Ungarisch-Altenburg gewesen war29), trat in die Dienste Ferdinands 30). versorgen (Ferdinands Antwort an Ulrich v. Eytzing, Marias Unterhändler, 1532 Februar 16 Innsbruck: Or. im HHStA Ungarn 343 fol. 168 ff; Ferdinands Antwort an Ulrich v. Eytzing und Melchior Wackin, s. d. (1534 Februar 11 Prag): Or. ebenda fol. 215 f und 228 f); 1532 wurde Ungarisch-Altenburg von kaiserlichen Truppen versorgt (Maria an Ferdinand, 1532 Mai 23, ed. Wolfram — Thomas Korrespondenz 3 2. Lieferung; Ferdinand an Maria, 1532 Juni 22 Regensburg, ed. ebenda). 21) Vgl. Anm. 20. Als Verwalter der Maut in Ungarisch-Altenburg und des Befestigungsausbaues ersuchte Eytzing 1537 um Befreiung der Untertanen dieser Herrschaft vom Anschnitt, um die Einnahmen daraus für den Bau verwenden zu können (Eytzing an Ferdinands Kriegsräte in Wien, 1537 April 22: Or. im HKA Niederösterreichische Herrschaftsakten, Ungarisch-Altenburg; die Kriegsräte in Wien an Ferdinand, 1537 Mai 9 Wien: Or. ebenda). 22) Gesuch, das Oláh im Auftrag Marias Ferdinand übergab, 1539 Juli 2 Wien: Kopie im HHStA Ungarn 343 fol. 90 ff; Oláh an Ferdinand, 1539 Juli 30 Wien: Kopie ebenda fol. 308 ff. 23) Aufstellung des Wertes der Besitzungen Marias nach Meinung der Räte Ferdinands, s. d.: HKA Verm. ung. Gegenstände 1 fol. 403; Denkschrift über die Angelegenheiten Marias, s. d.: ebenda fol. 789 ff. 24) Antwort Ferdinands an Marias Bevollmächtigten Ulrich v. Eytzing, 1532 Februar 16 Innsbruck: Or. im HHStA Ungarn 343 fol. 168 ff. 25) Denkschrift Marias zu Verhandlungen mit Karl und Ferdinand, s. d. (zwischen 1543 und 1548): Konzept im HHStA Ungarn 344 fol. 139 f und 163 f. 26) Entwurf zu einem Vergleich zwischen Ferdinand und Maria, nach Unterhandlungen ihrer Räte, 1547 Oktober 9 Prag: Kopie im HKA Gedenkbuch 386 fol. 33; vgl. P r o b s z t Königin Maria 667. 27) Ausgleich zwischen Maria und Ferdinand, 1548 März 7, nach der Ratifizierungsurkunde Erzherzog Maximilians, 1548 März 8 Augsburg, ed. Hatvani Magyar történelmi okmánytár 2 153 ff. 28) Ferdinands Befehl dazu an die niederösterr. Räte, 1548 März 8 Augsburg: Kopie im HKA Gedenkbuch 386 fol. 65; Maria lobt ihre Räte dafür, 1548 Mai 13 Binche: Or. im HHStA Ungarn 344 fol. 177 ff. 29) Maria quittiert ihm für seine Verwaltung der Gespan- und Hauptmannschaft Ungarisch-Altenburg vom 1. Juli 1547 bis 16. April 1548, 1549 September 22 Turnhout: Or. im HKA Verm. ung. Gegenstände 1 fol. 854. 3») Wochnitzki verpflichtet sich für Ungarisch-Altenburg gemäß Augsburger Vertrag, 1548 April 16 Ungarisch-Altenburg: Or. ebenda fol. 707 ff.