Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

54 Anna Hedwig Benna tember 1461, die ein Wappen mit goldenem Doppeladler in schwarzem Schild mit einer Mitrenkrone zwischen den beiden Häuptern des Adlers er­hielt. Das in den Wappenbriefen als kaiserliche Krone bezeichnete Insigne über den beiden Häuptern des Adlers war nichts anderes als eine Mitren­krone, deren Reif laubartige, edelsteinbesetzte Zierate besaß, deren Mitrahörner über den Schläfen standen und die über der Stirn ein großes Stirnkreuz und einen zum Nacken führenden, mit Krabben besetzten gol­denen Bügel trug 178). Eine ähnliche, allerdings weniger mit Edelsteinen und Perlen geschmückte Mitrenkrone, deren Fanones einfacher als die auf den Wappenbriefen befindlichen ausgestattet waren, überwölbt das aus den Schilden mit dem Doppeladler und dem Wappen Portugals gebildete Allianz wappen im Wappenbuch Friedrichs III.179 *). Der seltene Fall von Übereinstimmung bis auf kleine Details zwischen ge­tragenen und heraldischen Kronen trifft bei der aus den Siebzigerjahren stammenden Krone der Kaiserfigur der Deckplatte des Friedrichgrabes und der in etwas kleinerem Maßstab gearbeiteten Krone über dem Doppel­adlerwappen zur Rechten der Liegefigur zu. Die Mitrenkrone der Kaiser­figur in vollem Kaiserornat mit Reichsapfel und Szepter in den Händen besteht aus einem Reif mit schlanken, blattartigen, reich mit Edelstei­nen und Perlen verzierten Aufsätzen, einem Stirnkreuz mit langem Kreuzesstamm und gleichlangen, perlenbesetzten Kreuzarmen, einem brei­ten Bügel mit Kreuz auf dessen Scheitelpunkt und einer Mitra, deren cornua über den Schläfen stehen. Die schalenartigen cornua der Mitra zei­gen Reihen von Perlen als Besatz, wobei der Perlenbesatz der rechten und linken Seite ungleichmäßig ausfiel 18°). Die Blattaufsätze der Mitrenkrone über dem Doppeladlerwappen sind den Aufsätzen der Mitrenkrone der Kaiserfigur sehr ähnlich. Jener Mitrenkrone fehlt allerdings das Stirn­reichischer Wappenkalender (Wien 1955) 24 f; Friedrich III. Kaiserresidenz Wie­ner Neustadt 113; Wiener Neustadt Festung, Residenz, Garnison. Katalog der Ausstellung (Wiener Neustadt 1972) 142 n. 14. 178) Archiv der Stadt und des Landes Wien. Vgl. Karl Weiß Das Wappen der Stadt Wien in Geschichte der Stadt Wien 2/1 (1900) 24 Fig. 17; Geyer in Wiener Geschichtsblätter 1 6, 7, Abb. 8; Hanns Jäger-Sunstenau 500 Jahre Wappenbrief für die Stadt Wien in Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 17/18 (1961/62) 53 f, Abb. 3. — Dieses Siegel entzog Friedrich III. der Stadt Wien 1462 wegen Ungehorsams und verlieh es 1463 April 1 der ihm treugebliebenen Stadt Krems (Or. Stadtarchiv Krems): Otto Brunner (Hg.) Die Rechtsquellen der Städte Krems und Stein (= FRA III/l, 1953) 124, 125 n. 53; Jäger-Sunstenau (wie oben) Abb. 4; 1000 Jahre Kunst in Krems. Katalog der Ausstellung (Krems 1971) 483 n. 550, Abb. 100. 179) HHStA Hs. W 84 fol. 2 v; B e n n a in MÖStA 24 Taf. 1 Abb. 1. 18°) Lhotsky in JbKS NF 13 100 Abb. 92; Eger Ikonographie 126, 127 n. 14, Taf. 66; Percy E. Schramm Die geistliche und weltliche Mitra, mit Seiten­blicken auf die Geschichte der päpstlichen Tiara. Ein weiteres Beispiel für den Wandel von Form und Bedeutung in MGH Schriften 13/1 91; Rudolf B ach- lei t n e r Der Wiener Dom (Wien 1966) Abb. 178.

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