Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)
BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III
Zu den Kronen Friedrichs III. 51 und dem aus der St. Andreaskirche von Köln stammenden Rosenkranzbild des jüngeren Meisters von St. Severin159). Die Doppelbügelkrone als Attribut des Kaisers kam auch in Holzschnittillustrationen der Druckausgaben mittelalterlicher Rechtsbücher aus den Siebziger- und Achtziger] ähren des 15. Jahrhunderts vor 18°). Um diesen Überblick über Bilder Friedrichs III. mit Doppelbügelkronen bis in die ersten beiden Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts abzuschließen, wären noch die lavierten Federzeichnungen des Meisters der Historia Friderici et Maximiliani in Grünbecks biographischem Werk, das im Auftrag Maximilians I. entstand, zu nennen 161). Die Formen dieser in den Illustrationen der Historia vorkommenden Doppelbügelkronen Friedrichs III. erinnern sehr stark an die Kronenformen auf Dürers Gemälden, vor allem auf dessen im Aufträge des Rates von Nürnberg für die Heiltumskammer um 1515 angefertigten Porträt Kaiser Sigmunds 162). Neben den zahlreichen Doppelbügelkronen in den Bildern Friedrichs III. erscheinen auch einfache Bügelkronen, wie etwa als Oberwappen über dem Schild mit dem Doppeladler über dem Kielbogen des Portales der Domkirche von Graz 163), auf einem Goldgulden mit dem Bild Friedrichs in Ganzfigur164) und schließlich auf einem frühen Porträtsiegel, dem von Friedrich als Elekten in den Jahren 1440—42 gebrauchten Signet159) Alfred Lehmann Das Bildnis bei den altdeutschen Meistern bis auf Dürer (Leipzig 1900) 212f; Alexander Schnütgen Das alte Rosenkranzbild in der Andreaskirche zu Köln in Zeitschrift für christliche Kunst 3 (1890) 18 f, Taf. 2; Ludwig Baldass Die Bildnisse Kaiser Maximilians I. in JbKS 31 (1913/14) 243; Stange Deutsche Malerei der Gotik 5 (Berlin 1952) 109; Eger Ikonographie 103 n. 56, 144, Taf. 86; Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 320 n. 53. 16°) Albert Schramm Der Bilderschmuck der Frühdrucke 2 (Leipzig 1920) Abb. 233; Volkmann Der Überlinger Rathaussaal 33 Abb. 110; Drei Frühdrucke zur Reichsgeschichte, Einleitung 10 Abb. 1, 11 Abb. 2, 24 Abb. 9; Eger Ikonographie 147 nn. 67, 68, Taf. 62 f. lel) Lhotsky Geschichte der Sammlungen 2/2 Taf. 8; Benesch-Auer Historia Friderici et Maximiliani Taf. 4 ff, 8—13. — Zum Meister der Historia Friderici vgl. Fritz Dworschak Die Ausläufer der Spätgotik in Die Gotik in Niederösterreich (Wien 1963) 155, 164; Marlene M. Zykan Der Buchdrucker Johann Winterburger und der Donaustil in Werden und Wandlung. Studien zur Kunst der Donauschule (Linz 1967) 39 f. 162) vgi. Heinrich Theodor M u s p e r Dürers Kaiserbildnisse (Köln 1959) 24, 61, Abb. 2, 5. — Das um 1503 entstandene Miniaturporträt Friedrichs III. im Bruderschaftsbuch der Sebastiansbruderschaft in Ried im Innkreis trägt noch eine hohe Doppelbügelkrone älteren Stils; vgl. F. Berger Das Sebastiansbruderschaftsbuch des Marktes Ried in 3. Jahresbericht des k. k. Staatsgymnasiums Ried (1907/08) lf; Maximilian I. Katalog der Ausstellung 94, 95 n. 360, Farb- taf. 4. 163) Alphons Lhotsky Die sogenannte Devise Kaiser Friedrichs III. und sein Notizbuch, Vindob. Palat, n. 2674 in JbKS NF 13 (1944) 74 Abb. 69. 164) Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 338 n. 104, Abb. 32 n. 17. 4*