Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)
BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III
Zu den Kronen Friedrichs III. 37 Zwischen Friedrichs Krönung in Aachen, der ersten Krönung eines römischen Kaisers nach der zu seiner Zeit lebendigen Theorie der Kanonisten, und seinem Romzug verstrich ein Jahrzehnt. Obwohl er aus Nürnberg die als Reliquien Karls d. Gr. verehrten Herrschaftszeichen angefordert hatte und nach Rom geschickt bekam77) und selbst einen Kaiserornat und Insignien angeschafft hatte 78), konfrontierte ihn doch die nach der Theorie und vor allem durch die Praxis seiner Vorgänger seit Heinrich VII. aufgewertete, in Monza bzw. Mailand stattfindende, der Kaiserkrönung in Rom vorangehende lombardische Krönung mit neuen Problemen. Die politischen Verhältnisse in Mailand, wo Francesco Sforza kurz vorher im Auftrag des Popolo mit Fahne, Schwert und Szepter vom florentinischen Gesandten investiert und vom Volk als Duca akklamiert worden war, machten es ihm unmöglich, in Mailand oder Monza seine zweite Krönung zu feiern. Um die Pläne Sforzas, der die zweite Krönung des römischen Kaisers und die damit verbundene Eiserne Krone als politisches Druckmittel zur Erlangung des Reichsvikariatsrechtes in Mailand vom Kaiser benützen wollte, zu durchkreuzen, entschloß er sich dafür, die zweite Krönung in Rom zu feiern und die Krone aus der Hand des Papstes zu empfangen* 77 78 79). Mit der Motivierung, er wäre sonst nicht wahrer Kaiser, beharrte er Nikolaus V. gegenüber auf der Notwendigkeit einer Krönung in Rom statt in Mailand oder Monza, wogegen die Mailänder Gesandten eine solche Krönung zu hintertreiben suchten 80). Aber allen Intrigen und Winkelzügen berger Heiltumstruhe in Repertorium, für Kunstwissenschaft 45 (1926) 90—97. — Weitere Arbeiten Schesslitzers für Friedrich III. aus den Vierzigerjahren: der silberne Einband für das Evangeliar des Johannes von Troppau (ÖNB Hs. n. 1182) mit AEIOV 1446 (vgl. Europäische Kunst um 1400. Katalog der Ausstellung Wien [1962] 199 n. 169; Friedrich 111. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 395 n. 224, Abb. 39; Kohlhaußen Nürnberger Goldschmiedekunst 97, 98 Abb. 162; Franz Unterkircher Abendländische Buchmalerei [Graz—Wien 1967] 85; Alphons Lhotsky Die Bibliothek Kaiser Friedrichs III. in Aufsätze und Vorträge 2 226) sowie der Bergkristallbecher (Kunsthistorisches Museum Wien, Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe Inv. n. 6898) AEIOV 1449 (vgl. Kohlhaußen Nürnberger Goldschmiedekunst 157 Abb. 262 f; Lhotsky Die sogenannte Devise Kaiser Friedrichs III. und sein Notizbuch in JbKS NF 13 [1944] 77 Abb. 72). 77) Vgl. oben S. 32. 78) Vgl. oben S. 33 Anm. 58. 79) Pastor Geschichte der Päpste 1 410; Heinz Quirin König Friedrich III. in Siena in Aus Reichstagen des 15. und 16. Jahrhunderts (Schriftenreihe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 5, 1958) 29 f, 58, 71 Anm. 112, 73 Anm. 123. so) Joseph C h m e 1 Briefe und Aktenstücke zur Geschichte der Herzoge von Mailand 1452 bis 1515 in Notizenblatt. Beilage zum Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen 6 (1856) 30 ff n. 1; Pastor Geschichte der Päpste 1 410; Alfred F. Pribram Thomas Ebendorfers Chronica regum Romanorum in MIÖG Erg. 3 (1890/94) 154; Quirin Friedrich III. in Siena 79 Anm. 124.