Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

34 Anna Hedwig Benna Friedrich III., der zu seiner Kaiserkrönung zum Erstaunen des Aeneas Silvius Kaiser Karls Gewandung und Insignien dem kostbaren neuen Or­nat und Insignien vorgezogen hatte * 61), setzte sich die Reichskrone noch einmal bei einem Besuch Nürnbergs 1471 im Rahmen einer Festkrönung auf62). Er sah sie noch bei der Krönung seines Sohnes Maximilian in Aachen 1486, wo sie zur Krönung des römischen Königs vivente patre benützt wurde 63). Die Krone Karls d. Gr. lag schließlich während des für ihn am 6. September 1493 im Neuen Spital in Nürnberg gefeierten Toten­gottesdienstes auf einem rotseidenen Kissen vor dem Katafalk 64). III Wenn, wie es bisher geschah, Insignien, die Friedrich III. nur zu bestimm­ten Anlässen zur Verfügung standen und solche, die er als Pfand und Depositum im Gewahrsam hatte, zu seinen Kronen gezählt und hier be­handelt wurden, so könnten seine Privatkronen, d. h. seine persönlichen Kronen, noch eher beanspruchen, als Kronen Friedrichs III. zu gelten. Die Existenz derartiger, in schriftlichen und bildlichen Quellen belegter und überlieferter Herrschaftszeichen dürfte weniger in der Tatsache begrün­det sein, daß der gesamte Komplex älterer Staatssymbole von regnum und imperium in Nürnberg verwahrt wurde, als vielmehr in der Gewohnheit und in dem Brauch der römischen Kaiser und Könige des Hoch- und Spätmittelalters, solche persönlichen Kronen zu haben, auch wenn sie den Zu Caspar Enenkel vgl. Anna C o r e t h Job Hartmann von Enenkel. Ein Ge­lehrter der Spätrenaissance in Österreich in MIÖG 55 (1944) 250; Paul U i b 1 e i n Eine unbeachtete Chronik Österreichs aus derzeit Kaiser Friedrichs III. in MIÖG 78 (1970) 399: „...und am suntag Letare mit der heyligen kayser Karels krön ...“. Zum Verfasser dieser Chronik, einem Gefolgsmann des Ritters Hans von Zegkarnn (Hans Sechker), vgl. ebenda 388—391; HHStA Hs. Bl. 55 fol. 74 v (JbKS 1 Reg. n. 75: 1452 März 19): „...dem noch nam der babst keiser Carles cron und druckte im die mit beeden henden uff sin houbt Goswinus Mandoctes in Chmel Regesta Anhang 119 f n. 98: „Ante ewangelium vero venit imperator iterum ad d. n. papam indutus cappa et ornamento regis quon­dam Caroli magni, habens coronam in capite quam die Jovis transacta receperat et frater portabat ante ipsum coronam imperialem, quam Carolus magnus per­sonaliter portare solebat cum pomo et sceptro ad hoc pertinentibus“; vgl. Arpad Weixlgärtner Geschichte im Widerschein der Reichskleinodien (Baden 1938) 56 f; Pastor Geschichte der Päpste 1 411; Kugler Reichskrone 92 f; vgl. oben Anm. 59. 6l) Vgl. oben Anm. 59. «2) Chroniken deutscher Städte 11 464; Frensdorff Reichsinsignien 78. 68) Chroniken deutscher Städte 11 490; Frensdorff Reichsinsignien 80; Kugler Reichskrone 96; Hermann Wiesflecker Kaiser Maximilian I. 1 (Wien 1971) 195. 64) Chroniken deutscher Städte 11 505, 506 Anm. 1; Schnelbögl in Miit. Ver. Nürnberg 51 101.

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