Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

Zu den Kronen Friedrichs III. 23 Kronen seiner Reiche der Mit- und Nachwelt präsentierte, kann doch die­ses imposante Denkmal mittelalterlicher Sepulkralplastik nicht den An­spruch erheben, einen erschöpfenden Anschauungsunterricht all der Kro­nen zu bieten, die der in der Tumba ruhende Kaiser trug oder besaß. Angesichts seiner in zahlreichen bildlichen und schriftlichen Quellen über­lieferten Insignien erscheint die Frage durchaus berechtigt, von welcher Art Friedrichs Kronen waren und welche Schicksale ihnen zu teil wur­den * 3). Als die Wahl der Kurfürsten den fünfundzwanzig] ährigen Friedrich zum römischen König erhob, konnte er zwar bereits auf einige Vorgänger aus seinem Hause zurückblicken, doch erreichte mit ihm zum ersten Mal ein Angehöriger des Hauses Österreich, wie sich die Habsburger seit dem 15. Jahrhundert selbst bezeichneten4), die römisch-kaiserliche Würde. So stand er am Anfang der langen, nur durch den Wittelsbacher Karl VII. unterbrochenen Reihe der römischen Kaiser der Neuzeit aus dem Hause Österreich. Weniger folgenreich erwies sich sein ungarisches König­tum, das nur wenige Jahre währte und auf einen bloßen Titel beschränkt blieb. Wie andere mittelalterliche Herrscher besaß auch Friedrich III. mehrere Kronen5). Bei Betrachtung seiner Kronen drängt sich die Frage magnifica curia prima vice in nobili Nurenbergensi opido Babenpurgensis die- ceseos, juxta Karoli quarti constitucionem celebranda est“; „...et Imperator ipse vel Rex omnibus insigniis imperialibus induetur, et ascensis equis omnes comitantur Imperatorem ad locum sessionis aptate 207: „Et eciam scien­dum, quod quociescunque congregacio Imperatoris et principum electorum pre- dictorum fit, Imperatore deambulante insignia ante faciem ejus portari conti­gerit .. 3) Schon Heinrich Fichtenau Die Lehrbücher Maximilians I. und die Anfänge der Frakturschrift (Hamburg 1961) 19 Anm. 114 weist auf die Wichtig­keit einer Studie über die tatsächlich unter Friedrich III. vorhandenen Kronen hin. 4) Zum Begriff Haus Österreich im 15. Jahrhundert vgl. Otto Brunner Österreich, das Reich und der Osten im späteren Mittelalter in Österreich. Erbe und Sendung im deutschen Raum, hg. von Josef Nadler und Heinrich v. Srbik (Salzburg 1936) 61 f; Alphons Lhotsky Festschrift des Kunsthistorischen Museums in Wien 1891—1941. Die Geschichte der Sammlungen 2/1 (Wien 1941— 45) 10 Anm. 3; dsbe Was heißt „Haus Österreich“ in Anzeiger der österreichi­schen Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Kl. 93/1956 (1957) 157 f, 160 f, 162 ff, 168 f; Otto Stolz Wesen und Zweck des Staates in der Geschichte Öster­reichs in MÖStA Erg. 2 (1951) 101 Anm. 1; Erich Zöllner Formen und Wandlungen des Österreich Begriffes in Historica, hg. von Hugo Hantsch, Eric Voegelin und Franco Valsecchi (Wien 1965) 68; Heinrich Koller Die Bedeu­tung des Begriffes „Haus Österreich“ in M1ÖG 78 (1970) 338 f. ®) Vgl. Percy E. Schramm -Florentine Mütherich Denkmale der deutschen Könige und Kaiser. Ein Beitrag zur Herrschergeschichte bis Fried­rich II. 768—1250 (München 1962) 34f; Percy E. Schramm Kaiser, Könige und Päpste. Gesammelte Aufsätze zur Geschichte des Mittelalters 2 (Stuttgart 1968) 296.

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