Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

HLAVAC, Franz: Die Armeereorganisation der Jahre 1881–1883 in der Donaumonarchie

Armeereorganisation 1881—1883 245 Die Friedens-Ordre de bataille wäre eine territoriale und stabile, identisch mit jener im Krieg. Ebenso wäre auch die Dislokation — abgesehen von Ausnah­men — stabil und territorial. Dieses Elaborat war die letzte größere Ausarbeitung aus der Amtszeit Schönfelds, blieb jedoch unberücksichtigt, da die vorgeschlagenen Ände­rungen zu radikal waren und es auch „aus politischen Gründen“ nicht annehmbar war 17 *). * Am 14. März 1881 ordnete Bylandt mit Präsidialerlaß Nr. 1342 an ls), daß ein Komitee zusammentreten solle, das alle jene Maßnahmen erwäge und beantrage, die eine Beschleunigung und Vereinfachung der Mobilisierung sowie eine Verbesserung der Aufmarschverhältnisse herbeizuführen ge­eignet schienen. Die praktische Lösung der vom Chef des Generalstabes angeregten Fragen sollte ohne Veränderung des Wehrgesetzes durch orga­nische Änderungen und, soweit tunlich, im Rahmen der bestehenden Ver­hältnisse stattfinden. Als Erzherzog Albrecht den Antrag Bylandts zur Einsicht erhielt19), wandte er sich am 15. April an den Kaiser 20 2) und erklärte, die durch die Kommission im Reichskriegsministerium zu beratenden Reformen würden wohl so weitreichend sein, daß bezüglich der Grundsätze auch der präsum­tive Feldherr gehört werden und diese Grundsätze vor Beginn der Detail­arbeit der Genehmigung durch den Monarchen unterzogen werden müß­ten, damit diese Arbeiten sich nicht als vergeblich erwiesen. Er schlage die Einberufung einer Kommission vor, bestehend aus dem Reichskriegsmini­ster, dem Chef des Generalstabes und Albrecht selbst, nach Möglichkeit unter dem Vorsitz des Kaisers oder zumindest unter Beiziehung des Vor­standes der Militärkanzlei. Entsprechend dem Antrag Erzherzog Albrechts fanden am 26., 27. und 29. Mai 1881 Konferenzen Z1) unter dem Vorsitz Franz Josephs statt. Es nah­men daran Erzherzog Albrecht, FML Graf Bylandt-Rheidt, der Minister für Landesverteidigung GM Graf Welsersheimb, der kommandierende General in Wien FZM Philippovic, Sektionschef FML Baron Vlasits und der Vorstand der Militärkanzlei Baron Beck, jedoch kein ungarischer Ver­treter teil. Der Kaiser hatte aus den vorliegenden drei Projekten (Al­brecht, Beck, Generalstab) 30 Fragepunkte für die Diskussion ausgewählt und erklärte, er halte es für die Aufgabe der Konferenz, vorläufig das „Wünschenswerteste zu bezeichnen, ohne Entscheidungen zu treffen“, da 17) KA KM Präs 45-16/2 ex 1882, Beilage B; MKSM 20-1/5-2 ex 1882. 18) KA KM Präs 76-13/1 ex 1881 (skartiert). i») KA KM Präs 76-12/4 n. 3602 ex 1881. 2») KA MKSM Sep. Fasz. 30 (Orig.). 2i) Protokolle im KA MKSM 20-1/5-2 ex 1881.

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