Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Zeitgeschichte

Rezensionen 483 den oberösterreichischen Bauernkrieg (1626) beziehen. Teil I (nn. 1—380, Nachtrag nn. 713—722) enthält auf Linz in mannigfacher Weise bezug­nehmende Regesten aus verschiedenen — oft nicht nur wegen der sprach­lichen Barriere, sondern auch wegen des lokalen Charakters schwer zu­gänglichen — Quelleneditionen, Teil II (nn. 381—712) übermittelt hinge­gen die Auswertung nur eines Werkes, Prameny k ceskoslovenskym déjinám vojenskym (Quellen zur tschechoslowakischen Militärgeschichte), für die Zeit von 1527 bis 1648, wobei auch Angaben berücksichtigt wur­den, die sich nicht direkt auf Linz beziehen. Die Anzahl jener Regesten, die Linz lediglich als Ausstellungsort nennen, also als Aufenthaltsort von Herrschern (vor allem Friedrich III., Ferdinand I., Maximilian II., Mathias, Ferdinand II. und Ferdinand III.) oder militärischen Oberbefehlshabern (Erzherzog Leopold Wilhelm), und daher für Linz selbst nur begrenzten Quellenwert haben, ist beträchtlich. Immerhin läßt sich aber feststellen, daß der südböhmische Raum enge Kontakte mit Linz aufweist und daß für die gesamten böhmischen Länder dichte Handelsbeziehungen zu den Linzer Märkten fast während des ganzen behandelten Zeitraumes gege­ben waren. Dieses Bild wird sicher durch die in Aussicht gestellte Rege­stenpublikation aus ungedruckten Quellen, die systematisch nach Linzer Bezügen durchsucht werden können, eine wesentliche Bereicherung er­fahren. In Regest n. 536 (S. 144) ist überhaupt kein Bezug auf Linz zu er­kennen, in n. 276 (S. 75) ergibt sich dieser nur durch die irrtümliche Lokalisierung des Kremser „Simon- und Juda-Marktes“ nach Linz, die dann im Index rückgängig gemacht wird. Bei allem Verständnis für die schwierige Ausgangslage für diesen Regestenband muß doch festgestellt werden, daß die Zahl der fehlerhaften Transskriptionen und unaufgelöst stehengelassenen Kürzungen in den Volltexten ebenso wie die Zahl der orthographischen und Setzfehler ganz erheblich ist; für das — nicht vor­handene — Druckfehlerverzeichnis könnte der Rezensent eine stattliche Zahl von Berichtigungen zur Verfügung stellen. Hier soll nur die Pro­blematik bei Orts- und Personennamen angeschnitten werden. Die Beifü­gung der amtlichen tschechischen Ortsnamen zu den „alten deutschen Bezeichnungen“ ist sicher nützlich, doch scheint der Kreis jener Orte, die nur tschechisch benannt werden, ziemlich weit gezogen. Nicht einzusehen ist, warum für (Böhmisch- und Mährisch-) Krumau fast durchgehend die Schreibweise „Krummau“ gewählt wurde und warum „Wiesenufer“ (n. 252), „Locksdorf“ (n. 256) und „Steyer“ (n. 264) — so im Text — im In­dex nur unter dem — korrekten — Namen (Wesenufer, Loosdorf, Steyr) zu finden sind. Die propagierte Eindeutschung der Vornamen ist manchmal mangelhaft („Erasim“ statt Erasmus, nn. 272, 277, 279; „Richard“ von Star­hemberg statt des üblichen Reichard, nn. 271, 280, 281) oder zu weitgehend („Manfried“ Castiglione, n. 282). Erzherzog Leopold Wilhelm erscheint im Text zweimal nur als „Wilhelm“ (nn. 647, 669). Bei den Familienna­men finden sich im Text unübliche oder fehlerhafte Schreibweisen („Do- boo“ statt Dobó, n. 200; Johann „von Zrin“ statt Zriny, nn. 273, 283; „Collato“ statt Collalto, n. 96; „Zelting“ statt Zelking, S. 193; „Kiel­manneck“ statt Kielmannsegg, n. 337; „Aschpan“ statt Aspan, n. 393), die 31*

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