Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Zeitgeschichte

478 Literaturberichte Urkunden: Revers des Andreas, Obersthofmeister zu Tirol, wegen Verlei­hung der Feste und Pflege Gmünd, des Landgerichtes und der Burghut (1463 Dezember 20, Erg. zu n. 293 S. 262); Georg von Weißpriach erhielt auf Lebenszeit die Feste Feldsberg zu Lehen (1493 November 21); An­dreas und Ulrich von Weißpriach reversieren die Belehnung mit dem Schloß St. Andrä (1494 März 11). Damit sollte gezeigt werden, daß gerade wegen des Fehlens der Ritter­lehenbücher (Friedrich IV., Siegmund I., Johann III., Siegmund II. und Leonhard) sowie der Beutellehenbücher (Johann II., Friedrich IV., Burk­hard II., Johann III. und Siegmund II.) eine Durchsicht der Urkundenreihe des HHStA für diese Edition von Vorteil gewesen wäre. Weder L. noch M. trifft hier ein Verschulden; L. verließ sich auf das von den Landes­archiven vorgelegte Material, M. versah die Edition mit seinen wertvol­len Kommentaren. Es soll hier gar nicht auf die diplomatische Frage ein­gegangen werden, ob jeder Lehensakt im Register des Lehenhofes seinen Niederschlag gefunden hatte. Jedenfalls hatte L. nicht eine Veröffentli­chung der Lehenbücher, sondern der Lehen beabsichtigt. Und dazu gehört eine vollständige Sammlung des Materials. Vielleicht könnte dieser Arbeit eine nochmalige Ergänzung folgen, um die fehlenden Urkunden nachzu­tragen. Ebenso wäre es wünschenswert, die Arbeit von L. in sinnvoller Weise bis zur Allodisierung der Lehen fortzusetzen; die geographische Identifizierung der Güter, ein Weg, den die landeskundliche Forschung mit großem Erfolg beschreitet, könnte der Kärntner Landesgeschichte von Nutzen sein und sie gleichfalls vom Schema des Salzburger Lehenberei­ches (siehe Karte!) lösen. Trotz dieser Einwendungen muß dem Herausgeber und Gustav Adolf von Metnitz für die Mühewaltung und der Druckerei Ernst Ploetz, Wolfs­berg, für den sauberen Satz gedankt werden. Magda Pagitz-Roscher (Salzburg) Das Reichstagsprotokoll des kaiserlichen Kommissars Felix Hornung vom Augs­burger Reichstag 1555. Mit einem Anhang: Die Denkschrift des Reichsvize- kanzlers Georg Sigmund Seid für den Augsburger Reichstag. Hg. von Hein­rich Lutz und Alfred Kohler. (Österreichische Akademie der Wissen­schaften, phil.-hist. Klasse, Denkschriften 103.) Hermann Böhlaus Nachf. Wien 1971, 222 S. Schon Ludwig Frh. v. Pastor wies in seiner Geschichte der Päpste auf eine Handschrift des Trierer Priesterseminars hin, die ein ausführliches Protokoll des epochemachenden Augsburger Reichstags von 1555 enthielt. Dem jetzt in Wien wirkenden H. Lutz verdanken wir die Erkenntnis, daß es sich dabei um eine eigenhändige Aufzeichnung des kaiserlichen Kom­missars Felix Hornung handelt. L. besorgte auch die vorliegende Edition dieser wichtigen Quelle. Felix Hornung wurde zwischen 1515 und 1520 in Mainbernheim gebo­ren und stand nachweisbar seit 1544 im Trierischen Dienst. 1545 treffen wir ihn als Gesandten am Wormser Reichstag. Spätestens 1552 war er Trierer Kanzler und nahm im Juni dieses Jahres für Trier an den Pas- sauer Verhandlungen teil. Anläßlich der Übergabe Triers an den Mark­

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