Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)
NECK, Rudolf: Sammelreferat. Zeitgeschichte
474 Literaturberichte schon 1874 an Preußen (schlesische Jesuitenkollegien) übergeben worden waren, 1920/21 an die Tschechoslowakische Republik abgetreten werden mußten (siehe Gesamtinventar des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, hg. von Ludwig Bittner, 3 [1938] 374). Daher könnte für die heute gebräuchlichen Signaturen der beiden Nummern die staatliche Zentralarchivverwaltung der CSSR, Prag, Auskunft erteilen. Die beträchtlich hohe Anzahl von Fälschungen wurde gesondert von den Originalen in der dritten Lieferung zusammengefaßt. Hier wirkt sich der zeitliche Abstand zu Maleczynskis Edition positiv aus, da Ergebnisse einer 1968 abgeschlossenen Dissertation aus dem Schülerkreis A.s für die Urkundenfälschungen des Klosters Leubus (Franz Dirnberger) eingearbeitet wurden. Wenn der Herausgeber das Urkundenbuch mit den Worten charakterisiert, daß es „in der Form, in der es nunmehr vorgelegt werden kann, nicht alle jene strengen Anforderungen zu erfüllen“ vermag, die man an „eine landschaftliche Urkundenedition dieser Art normalerweise zu stellen gewohnt ist“ (S. XIII), so muß betont werden, daß unter den gegebenen Umständen eine optimale Leistung erbracht wurde. Ganz abgesehen von den enormen Schwierigkeiten, die mit der Wiedererarbeitung des wissenschaftlichen Apparates verbunden waren, stellte die Anlage des Namensregisters (S. 314—384) den Bearbeiter vor große Probleme, da alte slawische Ortsnamen durch deutsche Besiedlung in Vergessenheit geraten sind. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die „Geschichte der schlesischen Urkundeneditionen und der regionalen Diplomatik“ (S. XVI—XXI) und die profunden Ausführungen „Die Anfänge des Urkundenwesens in Schlesien“ (S. XXII—XL) des Herausgebers, der einerseits den Aufschwung der Urkundenausfertigung unter Herzog Heinrich I. unterstreicht, wobei deutlich starker kirchlicher Einfluß zu spüren ist, andererseits die Ähnlichkeit mit der Situation in den anderen Piastenländern hervorhebt. Nach dem Wunsch A.s sollten nun Forscher „in internationaler Gemeinschaftsarbeit eine endgültige kritische Ausgabe des hier von deutscher Seite erstmals einigermaßen vollständig vorgelegten Urkundenmaterials“ (S. XVI) in Angriff nehmen. Werden sich aber vorurteilsfreie Wissenschaftler beider beteiligter Nationen finden lassen, die ohne Ressentiments und nach größtmöglicher Objektivität strebend, die Anregungen, die beide Editionen bieten, aufgreifen und weiterführen? Christiane Thomas (Wien) Die Salzburger Lehen in Kärnten bis 1520. Bearb. von Alois Lang und Gustav Adolf von M e t n i t z. Hg. von Gotbert M o r o. (österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Kl. Historische Kommission: Fontes rerum Austriacarum. 2. Abt.: Diplomataria et acta 79.) Hermann Böhlaus Nachf. Graz—Wien—Köln (Kommissionsverlag der Österr. Akademie der Wissenschaften), Wien 1971. XIV,478 S., 1 Karte. Alois Lang hatte 1937 die Arbeit über die Salzburger Lehen in Kärnten abgeschlossen und dem Kärntner Geschichtsverein zur Veröffentlichung übergeben. Wegen des Krieges konnte diese für die Landesgeschichte so wertvolle Arbeit nicht erscheinen. L. führte während des Krieges