Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)

WACHA, Georg: Die Korrespondenz des Kremsmünsterer Abtes Alexander a Lacu mit den bayerischen Herzogen

Alexander a Lacu 205 (8) 1605 April 12, München Herzog Maximilian (?) von Bayern an Abt Alexander a Lacu Lieber! Zu Erzaigung unser g. Affection und Zuenaigung, die wir sonderbar zu euch tragen, und dieweil wir auch eur wolmainend Gemüet gegen uns in mehrwegen verspüret, überschickhen wür euch hiemit zu einem Angedenckhen ainen schlechten Schreibtisch, den wollet also von unns zu guet aufnemen und dabei unser wolmeinend g. Willen vermerkhen, mit deme wir euch wie bishero alzeit ganz wol genaigt verbleiben. Wolten wir euch mit sondern G. nit pergen. Datum München, 12. Aprilis 1605. Vermerk: An Abbten von Crembsmünster, würdt ime ein Schreibtisch geschickht. 12. April 605. Korrigiertes Konzept, ein halbes Blatt (9) 1605 Mai 16, Linz Abt Alexander a Lacu an Herzog Maximilian von Bayern Eur f. D. sein mein Gebet und gehorsambiste Dienst zu jederzeitt bevor und solle e. f. D. in gehorsambisten Verthrauen nitt bergen, das Herr Khlesl, nomi- niertter Bischoff in Wien, nunmehr sider der Marterwochen von Prag hierhär kömben und sich bei mir auffgehalten, bis die Zeitt des ausgeschribenen peremp­toris Capituli zu Passaw herbeikomben, dahin er dan diese Tag verraisst, und habe under dessen nitt underlassen, für mich selbs zu tentieren, wie und was gestaltt er gegen dem hochlob. Haus Bayern affectionirt und gewogen seye. So habe ich in der Warheitt aus seinen ausgegebnen Reden anderst nitt spüren kinden, dan das er ein sonders Misfallen tragt, das man aller ortten mitt e. f. D. nitt bessere Correspondenz haltten thuet. Er verhofft aber, weillen ettliche Pas- sionirte nun mehr aus dem Weg, es möchte umb vili besser werden, darzue er dan so vili ime menschlich muglich das seinig zu thain nitt underlassen wierdet. Habe mich dieser Erclärung nitt wenig verwundert, aber so offt ich mitt ime von dieser Materia geredt, in einer Mainung befunden, welche mich nitt wenig erfreuet und so vili ich benebens vernomben, hatt er ein Kirchfartt nach Altten- Ötting nach verrichter Commission im Sinn und von dannen möchte er villeicht unbekanterweis auff München, das newe erbaute Collegium und Kirchen zu sehen, sich verfuegen, welches e. f. D. in gehorsambisten Verthrauen anzu- deutten nitt underlassen sollen. E. f. D. mich underthenig gehorsambist bevel- chent. Linz, den 16. May 1605. Vermerk: Abbte zu Crembsmünster wegen des Cleselii, daß er sich befleißen wolle, daß Oesterreich guete Correspondenz mit Bayern haben solle. Original, zwei Blatt, eigens Zu irer f. D. eigenen Händen adressiert. (10) 1605 Mai 27, München Herzog Maximilian von Bayern an Abt Alexander a Lacu Wir haben eur Schreiben vom 16. dis empfangen und daraus vernommen, was der Herr Clesl mit euch verschiner Tagen sowol wegen der Correspondenz zwischen unns und den Erzherzogen, alls auch seiner vorhabendten Kirchfart nach Alten-Ötting halber conversirt.

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