Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)
WACHA, Georg: Die Korrespondenz des Kremsmünsterer Abtes Alexander a Lacu mit den bayerischen Herzogen
202 Georg Wacha khait mit G. sonderbar bedanckhen, dieweil wir unns aber erinnern, daß ir unns berait zue etlichmalen mit Pferdten verehret, dagegen wir aber von euch hinwiderumb zu gratificirn nit Gelegenhait bekhommen, also ersuechen wir euch hiemit g., ir wollet das Vertrauen zu uns haben und warinnen wir euch hinwider ersprießlich unser genaigt Gemüet erzaigen khindten, uns unbericht nit lassen, inmassen wir unserm Cammerer, dem Crivelli, befolchen, daß er euch auf euer ime zuegethanes Schreiben etwas weitläufiger berichten solle. Was aber des österreichischen Landtags Proposition belangen thuet, be- dankhen wir unns gleichfals der Communication mit G. und wollen desselben verrern Verlauffs von euch avisiert zu werden gleichfals erwarten. Des Astors überschickhte Schreiben betr. lassen wir euch dieselben hiemit widerumb zuekhomen unnd hette zwar solcher Überschickhung wie auch eurer Entschuldigung gar nit bedörfft, wie wir dann auch die überigen Schreiben zu ersehen im wenigisten nit begern, dieweil wir disfals ainichen Argwohn oder ungleichen Gedanckhen von eur Person niemals gehabt haben, dessen ir unns gewißlich getrauen und euch andere Gedanckhen nit machen sollet. Euer an ihne, Astor, lestes Schreiben haben wür allain der Ursachen erbrochen, damit im Fall was darin begriffen, so uns beriret, wür euch darauf unser Meinung zuschreiben mechten, inmaßen wür dem Crivelli solches zu thun befolchen und ir zweiflohne sein, Crivelli, Schreiben underdessen werdet empfangen haben. Daß ir dann verrers zu wissen begert, mit weme aus den Unnserigen ir vorthin Correspondenz halten mechtet, wissen wür nit, wer euch am angenembsten aus unsern Leütten sein mechte, wollet unns derwegen selbs jemand benennen, so wellen wür ihme deswegen Befelch erthailen, wollet ir uns dan selbs auch in euern Sachen zuschreiben, derfft ir nit sorgen, daß solche euere Schreiben unns ainige Ungelegenheit verursachen oder uns nit angenem sein werden, darauf wür auch jedesmal gern euch beantworten wellen. Von Crivelli haben wir auch gern vernomen, daß ir villeicht Vorhabens, auf khünfftige Procession Corporis Christi euch hieher zu begeben, das were uns sonderbar angenem, wie wür dan wol leiden mechten, daß sich offtermals occasiones begeben, daß wür zusamen khemmen. Was ir aber weitter in eurem Schreiben vermeldet, ir habt unnserm obr. Canzler etliche zum Bayrischen Historiwerckh dienstliche Antiquiteten zuegesendet, werden wir von ime gehorsamist berichtet, daß ime noch dato dessen nichts nit zuekhommen, welches wir euch dannoch umb Nachrichtung willen nit bergen wollen unnd bleiben euch beinebens mit G. unnd allem Guetten vorders wol genaigt. Datum in unnser Statt München, den 27. Aprilis 1603. Vermerk: An Abbten zu Crembsmünster: Danckhschreiben umb die überschickhte Rhor, Pferdt und Oessterreichischen Landtags Proposition, Astors Schreiben Erprechung, Correspondenz ec. 27. April 603. Konzept, zwei Blatt (4) 1603 April 27, München Herzog Albrecht von Bayern an Abt Alexander a Lacu Lieber. Wür haben eur Schreiben sambt den zuegeschikhten Rhor und Büchsen, wie auch den Passgeer und Hunden zurecht und ohne Mangl empfangen, thuen uns gegen euch solcher erzaigter Guetwilligkait und Ehrung ganz genedig bedankhen und ob sich wol die Übersendung eurem Vermainen nach etwas verweilet, so sein uns doch gedachte Sachen, dabei wür eurn gueten Willen und Zuenaigung wol zu verspüren haben, ain Weg als den andern