Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 25. (1972) - Festschrift für Hanns Leo Mikoletzky

WAGNER, Walter: Archiv und Registratur der Akademie der bildenden Künste in Wien

48 Walter Wagner dolf Metz erhielt der Verfasser der vorliegenden Arbeit 1960 einen Lehr­auftrag für die Leitung des Archivs. Damit erfolgte erstmals eine Schei­dung von Archiv und Registratur, als Grenze dafür bot sich das Jahr 1945 an. Zunächst erfolgte eine erste Bestandsaufnahme des teilweise in Wandschränken der Rektoratskanzlei, teilweise in einem Speicher der Bibliothek untergebrachten Aktenmaterials. Als besonders vordringlich er­wies sich die Erschließung des Teiles vor der Einführung einer geordneten Registratur im Jahre 1833. Es wurde daher gleichzeitig mit der Anlegung eines Generalindex für diesen Zeitraum durch Otto Tietze begonnen, wel­cher derzeit bis 1806 fertig ist46). Dabei mußte ein Teil der älteren Be­stände zunächst neu geordnet, nicht wenige Schriftstücke auch zumindest annähernd datiert werden. Die alphabetische Aktenablage der Jahrgänge 1822—1833 erschien recht unhandlich und wurde durch eine Reihung nach Nummern ersetzt. Die Zahlenreihe seit 1833 zeigte beträchtliche Lücken, weil man häufig Vor- und Nachakten zusammengelegt hatte, und zwar völlig willkürlich einmal beim ersten, dann beim letzten oder irgend einem dazwischenliegenden Vorgang. Überdies fand sich eine große Zahl von Mappen mit verschiedenen Sachbetreffen, die irgendwann einmal begonnen und oft später wieder vergessen worden waren; selbst für den Zeitraum, in dem sie geführt wurden, wiesen sie bei weitem nicht alle einschlägigen Akten auf. Daher schien es notwendig, diese Sondermappen aufzulösen und den gesamten Bestand nach beigelegten Vor- und Nach­akten durchzukämmen, um die geschlossene Reihe nach Möglichkeit wiederherzustellen und ein rasches Auf finden jedes Aktes zu ermög­lichen. Dank der Initiative des gegenwärtigen Direktors der Rektoratskanzlei Dr. Sammer konnte schließlich ein eigener Raum für das Archiv größten­teils freigemacht und mit modernen Stellagen versehen werden. Die Über­siedlung der gesamten Bestände bot die Möglichkeit zu einer systema­tischen Neuaufstellung und zur Anlage eines Inventares, welches maschin- schriftlich im Archiv erliegt. Die Bestände sind folgendermaßen ge­gliedert: I. Hauptreihe: 1. Findbehelfe und Geschäftsbücher: Index in Kartei­form für die Jahre 1726—1833 (in Arbeit); Band 1—3: alte Register für 1768—1809 (unbrauchbar) und 1822/23—1833; Band 4—41: Indices November 1833—1945; Band 42—156: Protokolle 1822/23—1945. 2. Akten: Faszikel 1—247: 1726—1945. Bis 1810 sind darin auch die Akten der Protektoren enthalten. Für die Zeit bis 1771 ist ein einziger Faszikel vorhanden. II. Sitzungsprotokolle des akademischen Rates bzw. des Profes­sorenkollegiums: Faszikel 1—14: 1768—1954 (nicht vollständig). Für die Jahre 1848—1850/51 sind die Protokolle der Plenarsitzungen, der Sektionssitzungen, der Verlosungskommission, der Akademieleitung sowie der Professoren der Elementarschule vorhanden. 46) Stand vom Jänner 1971. Die Tätigkeit des Verfassers am Akademie­archiv endete mit September 1971, doch blieb die Eigenständigkeit des Archivs erhalten, welches gegenwärtig von Dr. Walter Cerny betreut wird.

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