Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 25. (1972) - Festschrift für Hanns Leo Mikoletzky
PACH, Sigmund Paul: Zur Geschichte der Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn im 15. und 16. Jahrhundert
256 Sigismund Paul Pach Diese Verschiebung der Handelslinien — die sich auch im Vergleiche der Tucheinfuhr der westlichen Grenze 1542 zur Tucheinfuhr Preßburgs 1457—58 widerspiegelt55) — hängt einerseits mit den politischen Geschehnissen, mit den Türkenkriegen und der türkischen Eroberung, zusammen, deren Auswirkungen in dieser Beziehung eine weitere Untersuchung erfordern 55 56 * 58). Andererseits ist aber dies auf die neuen Entwicklungen im Tuchgewerbe und Tuchhandel, auf die Veränderungen ihrer Warenzusammensetzung zurückzuführen. Der Schwerpunkt des Textilumsatzes hat sich nämlich von den alten hochwertigen Tuchsorten auf die neueren Woll- produkte mittelmäßiger und billiger Qualität verschoben, — auf solche einfachere Stoffarten, deren Herstellung inzwischen auch in einigen, Ungarn verhältnismäßig nahe gelegenen mährischen und schlesischen Bezirken beachtliche Ausmaße angenommen hat. 55) Von 1549 an zeichnete sich ein großer Aufschwung im westlichen Außenhandel Ungarns ab, der sich vorwiegend aber auf die Ausfuhr (vor allem auf die Ochsenausfuhr) bezog. — Ignác Acsády Közgazdasági állapotaink a XVI. és XVII. században [Die wirtschaftlichen Zustände Ungarns im 16. und 17. Jahrhundert] (Budapest 1889) 48—49; Prickler Das Volumen 134—137. 58) Pach The Role of East-Central Europe 240—241.