Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Erster Weltkrieg

Rezensionen 533 Auswahlprinzipien, Übersichten und Register gleichen dem Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, allerdings ist der zunächst ver­gleichbare Band für das anschließende Bayern sogar noch umfangreicher. Man fürchtet, sich bei der Besprechung in Details zu verlieren, etwa in die Frage, warum es bei diesen Bänden „Handbuch der historischen Stätten Österreich“ und nicht .. Österreichs“ heißen muß, man fühlt sich bei der Bezeichnung „Donauländer“ (respektive beim schon 1966 erschienenen zweiten Band „Alpenländer“) fatal an Gau-Namen eines vergangenen Jahrtausends erinnert und weiß doch keinen besseren Sam­melbegriff an diese Stelle zu setzen. Daher zuerst als Erläuterung und Inhaltsübersicht: Die Donauländer sind nicht Moldau und Walachei, sondern Ober- und Niederösterreich mit dem Bundesland Wien, hinzu kommt im ersten Band das Burgenland. Ober Österreich füllt samt geschichtlichem Überblick 144 Seiten (21 Mitar­beiter, darunter P. Benno Hofer, der sich darüber wundern wird, daß er Archivar des Stiftes Sankt Leonfelden ist), Niederösterreich (45 Mitarbei­ter) umfaßt 498 Seiten, in Worten — mit den Nachträgen am Schluß — fünfhundert Seiten, Stadt und Land Wien (ein Bearbeiter) fünfzig Seiten, das Burgenland (drei Mitarbeiter) 77 Seiten; es folgen Seisenegg und St. Bernhard als Nachträge für Niederösterreich, Stammbäume, Regie­rungsjahre der ungarischen Könige und Bischofslisten. Der Abschnitt „Wichtige Quellen und Literatur“ umfaßt 1416 Nummern und füllt 52 Seiten. Die Erläuterung von Fachausdrücken, Personen- und Ortsregister sowie Übersichtskarten beschließen den Band. Der große Anteil des Landes Niederösterreich wird vom Herausgeber, dem ehern. Niederösterreichischen Landesarchivdirektor, in einem Vorwort zu begründen versucht. Trotz aller Hinweise auf größere Ausdehnung und Einwohnerzahl, speziell aber auf die vielen Städte, Märkte und Gemein­den Niederösterreichs scheint doch die Liebe des Herausgebers zu den Details seines Bundeslandes hier bestimmend gewesen zu sein. Würde man an Oberösterreich den gleichen Maßstab anlegen, so müßte man sicher Burgen des Innviertels, z. B. Sigharting, einen Badeort des 19. Jahrhun­derts wie Kirchschlag oder das größte Dorf Oberösterreichs, Traun (mit einem Schloß, das mit wenigen Jahrzehnten Unterbrechung seit fast tausend Jahren Sitz eines bedeutenden Geschlechtes war), aufgenommen haben. Aber da die Frage der Auswahl bei einem derartigen Handbuch enor­me Bedeutung hat, sei methodisch vorgegangen; schließlich standen ja schon andere Unternehmungen vor dem gleichen Problem. Von der neue­sten Brockhaus-Enzyklopädie sind bisher zehn Bände erschienen, die Buchstaben A—K umfassend. Vergleicht man nun die oö. Schlagworte im Handbuch der historischen Stätten mit diesem monumentalsten deutsch­sprachigen Lexikon, so kann man die erstaunliche Feststellung machen, daß von den 72 Namen im Brockhaus 43 mit längeren oder kürzeren Angaben enthalten sind. Spricht schon dies für den Brockhaus, so sei überdies festgehalten, daß sich dort — von allgemein statistischen Auf­zählungen abgesehen — auch historische Angaben finden, die nicht dem Handbuch der historischen Stätten zu entnehmen sind: Bei Adlwang wird

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