Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Erster Weltkrieg

Rezensionen 501 kundenmaterial als auch andere Quellen zur Papstgeschichte möglichst vollständig heranzuziehen. Die gleiche Sorgfalt zeigt sich auch bei der Gesamtüberlieferung des Einzelstückes. Bei der Textgestaltung ging der Bearbeiter neue Wege. Er übernahm das chronologische Prinzip Böhmers, numerierte die Regesten fortlaufend und ohne Rücksicht darauf, ob das jeweilige Regest auf einer Urkunde oder auf historiographischen Quellen beruht. Einzelne wesentliche Teile wurden im Originaltext wiedergegeben. Die Zitierung längerer Quellen­stellen unterblieb. Ausführlich sind die Angaben zur Überlieferung mit Druck- und Literaturzitaten; überaus inhaltsreich und anregend ist der Kommentar. Der Ergänzung dienen eine Konkordanztafel zu Jaffé-Löwenfeld und Hinweise auf die Italia Pontificia und die Germania Pontificia. Darauf folgt ein alphabetisches Verzeichnis der Aufbewahrungsorte der in den Regesten zitierten handschriftlichen Überlieferungen. Verzeichnisse der gedruckten Quellen und der Literatur sowie der Personen und Orte erleichtern die Benützung des umfangreichen Bandes. Die 1276 deutsch verfaßten Regesten beruhen etwa zur Hälfte auf nicht urkundlichen Quellen; dreißig Regesten beziehen sich auf Österreich. Zu berichtigen wäre, daß das in Regest Nr. 1222 und auf S. 581 genannte „Liubana“ nicht mit Leoben, sondern mit St. Peter-Freienstein bei Leo­ben, dem Sitz der einstigen Grafschaft Leobental, zu identifizieren ist. „Uolinpah“-Wielenbach (S. 604) ist wohl kaum mit Vila östlich Bruneck (Südtirol) gleichzusetzen. Es handelt sich dabei eher um das auch von A. Wendehorst angenommene Weilbach südlich Antiesenhofen, das 1018 von Kaiser Heinrich II. dem Domstift Bamberg zum Pfründgut geschenkt worden war. Das umfangreiche Regestenwerk wird gewiß Themen für viele Spezial­untersuchungen bieten. Es ist zu hoffen, daß auch eine Edition der Papst­urkunden dieses Zeitraumes sowie eine Papstgeschichte und eine Papst­diplomatik folgen werden. Der Bearbeiter selbst wertete das Material in mehreren gehaltvollen Studien, vor allem aber in seinen Büchern Papst­absetzungen des Mittelalters (1968) und Das dunkle Jahrhundert (1971), aus. Herwig Ebner (Graz) Anton Largiadér, Die Papsturknnden der Schweiz von Innozenz III. bis Martin V. ohne Zürich. Teil 2: 1305—1418. Mit einem Anhang: Die Urkunden­empfänger und ihre Archive. Ein Beitrag zum Censimentum Helveticum. Schulthess & Co. AG, Zürich 1970. XXI, 442 S. Mit dem vorliegenden Band ist das von Franco Bartoloni entworfene Programm des Censimento der im Original überlieferten Papsturkunden vom Beginn des Pontifikats Innozenz III. bis zur Wahl Martins V. für die Schweiz abgeschlossen. Der Bearbeiter ist sogar über die vereinbarte Zeitgrenze hinausgegangen, indem er auch die in Schweizer Archiven ver­wahrten Urkunden aufnahm, die Martin V. während seines Aufenthaltes in Konstanz und in der Schweiz bis zum August 1418 ausgestellt hat. Nur in Österreich steht eine gleichwertige Leistung vor dem Abschluß; Leo

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