Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 24. (1971)
THOMAS, Christiane: Kampf um die Weidenburg. Habsburg, Cilli und Görz 1440–1445
Kampf um die Weidenburg 25 dauer die wichtigste Quelle für Katharinas Bezüge, von denen sie ihre Bedürfnisse und die ihres Hofgesindes zu bestreiten hat. Dazu gesellen sich die Einkünfte von Maut und Gericht Cormons und „in den Ekken“, sowie der Mauten von Spittal und unter dem Kreuzberg (Plöckenpaß)lsl), des Amtes Tilliach und des „klain rosmortt (?)“ Amtes Toblach * 132 133). Zwei Tage ließen die beiden Cillier nach der Anfertigung des Vidimus der Eheeinigung am 28. November verstreichen, dann forderten sie die erste Dankesbezeugung Heinrichs für die Errettung aus der Gewalt seiner Frau. Noch klang es harmlos, wenn wie 1437 beidseitig die Vormundschaften bekräftigt wurden18S). War diese Erneuerung überhaupt notwendig? Die Cillier übten nach dem Text von 1437 die Aufgabe von „vorgeern“ für Töchter und Söhne Heinrichs aus. Es wäre lächerlich, in diesem Punkt Heinrich Vergeßlichkeit anzudichten. Dahinter versteckte sich möglicherweise eine Mahnung an Katharina. Ulrich hatte miterlebt, daß Katharina eine Schar von Anhängern um sich gesammelt und gegen ihren Gatten Gewalt angewandt hatte. Argwohn, daß Heinrichs Tod neuerlich Katharinas Kampfgeist heraufbeschwören würde, daß sie die Auslegungen denkbar: Entweder werden die Einkünfte von Grünburg durch Gülten auf insgesamt 400 Pfund ergänzt oder es wird neben dem Ertrag von Grünburg ein Gültenbetrag von 400 Pfund übertragen. Unter der Voraussetzung, daß Aeneas trotz seiner Verwechslung im übrigen Glaubwürdigkeit zugebilligt wird, gewinnt die erste Version an Wahrscheinlichkeit: Grünburg ist Katharinas Wohnsitz und wirft 100 Pfund ab, die durch andere Einnahmen auf 400 Pfund erhöht werden. Allerdings wird für die Ertragshöhe der Grünburg im Original keine Schätzung vorgenommen. Coronini Tentamen 408 und Hermann Handbuch 161 nennen ebenfalls 300 Pfund. Ersterer schließt nicht etwa an Aeneas an, sondern zitiert als Quelle das „Repertorium Austriacum II fol. 597“, das W i e s e r Gemahlin 7 mit der 2. Redaktion des „Putsch“ (HHStA Archivbehelf 333/2) identifiziert. —- Nach dem Frieden von Pusarnitz, der Grünburg in die Hand Friedrichs III. gebracht hatte, wird die Burg vom Kaiser in Erfüllung der heinricianischen Verfügung („laut der brief darumb ausgangen“) Katharina als Witwensitz zusammen mit Moosburg zuerkannt (HHStA AUR 1460 März 28). Jaksch-Wutte Erläuterungen 291; M o r o Grünburg 221; Wiessner Burgen 96. Moosburg fällt 1445 Mai 25 durch einen Schiedsspruch über die Auseinandersetzung mit Fritz Ofner an Katharina (HHStA österreichische Akten-Görz 25 Konvolut 15, Nr. 4 fol. 7). isi) Genau am Tag der Eheeinigung hatte Heinrich aber Friedrich Tobringer mit dem halben Zoll an der Maut unter dem Kreuzberg belehnt. Der frühere Nutznießer war der cillische Hauptmann von Ortenburg, Andreas von Graben, gewesen, der während der Weidenburger Fehde eine zwielichtige Rolle spielte (siehe unten S. 73 ff) (HHStA AUR 1443 Oktober 21). 132) gei Antonini II Friuli orientale 261 und Czoernig Görz 562 tauchen zwei Schlösser „Grundberg“ (sic!) und „Geyl“ bzw. „Grünburg“ und „Geil“ auf. Soviel ich sehe, entsteht dieser Fehler durch Coronini Tentamen 408, der „Grünburg“ und „Geyl“ für Katharina reklamiert. Dieses Mißverständnis wird durch den Beinamen Grünburgs „an der Geyl“ verursacht. Auch die Beifügung „pey der Geyl gelegen“' ist bezeugt: Wiessner Burgen 94. 133) HHStA AUR 1443 November 30 (ein heinricianisches und ein cillisches Exemplar).