Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)
SPRUNCK, Alphonse: Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden während des Spanischen Erbfolgekrieges 1709–1714
44 Alphonse Sprunck südlichen Niederlande saßen, aus der ganzen Unordnung und Verwirrung Vorteile zogen. Von Sinzendorf hatte er Befehl erhalten, sich für eine weitere Reise nach dem Haag bereit zu machen. Drittes Kapitel Hortiz und die vergeblichen Friedensverhandlungen von Gertruydenberg. Seine Bitten an die Seemächte um Absendung von Hilfstruppen nach Katalonien. Am 20. Januar 1710 schrieb Hortiz an Kellers, daß von einer Beschlagnahme von Gütern von Vasallen des Erzherzogs, die für Philipp von Anjou Partei ergriffen hatten, keine Rede mehr war. Am 29. meldete er ihm, die Franzosen hätten nach den katholischen Niederlanden Abdrucke von Briefen des Erzherzogs an den Kaiser gesandt. Darin wurde erklärt, die Lage in Katalonien sei sehr schlecht, und ohne eilige Hilfe der Seemächte müsse er dieses Land räumen. Diese Papiere sollten sich in den Händen eines Adeligen befinden, der bei einer Seereise von Barcelona nach Genua an die Küste der Provence durch einen Sturm verschlagen worden war. Wenn diese Behauptung der Wahrheit entsprach, hatte der Träger dieser Briefe Erzherzog Karl einen sehr schlechten Dienst geleistet, als er sie nicht ins Meer warf; die einheimische Bevölkerung der niederländischen Provinzen war nur zu sehr geneigt, für den Partei zu ergreifen, der gerade im Vorteil war. Vertreter Englands und der Generalstaaten, die nach Mons gereist waren, hatten von dort ein Subsid von 430 000 Gulden mitgebracht. Von dieser Summe konnten die Regimenter des Herzogs von Arenberg und die des Irländers Devenir regelmäßig bezahlt werden. Auch die anderen Provinzen lieferten hohe Summen; aber zusammen mit allen Renten und Einkünften des Erzherzogs in den südlichen Niederlanden genügten diese Gelder nicht zur Bezahlung von 6 Regimentern Infanterie und je einem von Dragonern und Infanterie, die in den südlichen Niederlanden standen. Die zahlreichen Minister und überflüssigen Beamten, besonders in der Finanzverwaltung, benötigten diese Einkünfte für sich selbst. Die Franzosen hatten wiederum Friedensvorschläge gemacht1); täglich wurde Antwort von Versailles erwartet. Am 13. Februar schrieb Hortiz an Kellers, französische Emissäre reisten beständig zwischen dem Haag und Versailles hin und her. Alle Nachrichten aus Frankreich meldeten, der König wolle den Krieg auf die eine oder die andere Weise beenden und habe schon drei Bevollmächtigte er!) Nach der C. C. P. E., März 1710, S. 188 war um diese Zeit in Holland ein Flugblatt verbreitet, in dem die Friedensbedingungen in 5 Artikeln zusammengefaßt waren.