Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)

ZAUNER, Alois: Die Pfarrarchive Oberösterreichs

466 Literaturberichte berichten“ zugeteilt sind, finden wir eine Überschau über österreichische archäologische Forschungen (n. 292) unter „Österreich/Allgemein“. Eben­dort werden auch jene zeitlich begrenzten Themen eingereiht, die eine der in den chronologischen Teilen (innerhalb der letzten drei Kapitel) ge­schaffenen Grenzen überschreiten. Es ist für den Benützer ein geringer Trost, daß alle diese Zuweisungen auf einer ausgefeilten, bei schärferem Nachdenken erkennbaren Logik beruhen; ihm geht es ja in erster Linie um die möglichst rasche Auffindung eines Gegenstandes, weniger um die Kenntnis des jeweiligen Publikationstypus. Der Musikhistoriker etwa wird sich schwer daran gewöhnen, Mozartforschungen nicht in einem vertrauten Kapitel Musikgeschichte (für das dieses Schema keinen Platz bietet), son­dern neben archäologischen und theologischen Forschungen eben in den „Forschungen“ suchen zu müssen. Diese Einwände, für die hier nur einige Beispiele herausgegriffen wurden, sind jedoch nur bedingt gültig. Da nach fünf abgeschlossenen Bänden ein erster, den allgemeinen Erfordernissen entsprechender Regi­sterband mit alphabetischer und systematischer Aufschlüsselung erscheinen soll, — was leider in der Einleitung nicht erwähnt wurde, — kann mit der Beseitigung der Auffindungsschwierigkeiten in absehbarer Zeit gerechnet werden. Die eingangs angestellten Beobachtungen sowie die aus dem Vor­wort erkennbare Zusammenarbeit österreichischer und amerikanischer In­stitutionen (International Bibliographical Center) lassen jedoch auch mit Wahrscheinlichkeit vermuten, daß man diesen ersten österreichischen Ver­such in einem viel größeren (zumindest projektierten) Rahmen sehen muß. Die gegenwärtige Struktur Österreichs mit seinen neun (einer für Doku­mentation und „Abtastung“ idealen Zahl) Bundesländern bietet sich als Ordnungsprinzip förmlich an. Fast scheint es, als ob der Schritt von der vorliegenden Bibliographie zu einer bibliographischen Datenverarbeitung im System der Dezimalklassifikation kleiner wäre, als die Entfernung von dem Typus der herkömmlichen Verzeichnisse. Es kann nur gehofft wer­den, daß dieser Beginn zumindest in die Nähe eines Zieles führt, das bis vor kurzem nur Phantasten erreichbar schien. Welche Möglichkeiten (aber auch welche neuen Verpflichtungen) dem von dem Ballast langwie­riger bibliographischer Vorarbeiten befreiten Historiker erstehen würden, kann heute noch kaum ermessen werden. Erste Voraussetzung ist allerdings, daß die einzelnen Bände in ihrer bibliographischen Aktualität anderen Wissenschaften entsprechen und nicht mit dreijähriger Verspätung erschei­nen! Aber auch vor dem Zeitpunkt, zu dem der Ausgang dieses Experi­mentes zu erkennen sein wird, sollte man sich dieses Suchbehelfes bedie­nen, weil er zwar auf etwas spröde Art, jedoch erschöpfend informiert und zahlreiche Titel auch aus Publikationen aufgreift, die dem Historiker nur wenig vertraut sind. Dissertationen sind nicht berücksichtigt und dürften auch in Zukunft im Hinblick auf die vom Notring herausgegebenen Ver­zeichnisse entbehrlich sein. Hingegen wurden die sonst nur schwer erfaß­baren Staatsprüfungsarbeiten am Institut für Österreichische Geschichts­forschung im Anhang zusammengestellt. Gerhard Rill (Wien)

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