Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)

SPRUNCK, Alphonse: Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden während des Spanischen Erbfolgekrieges 1709–1714

Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden 35 Ludwig XIV. solche Festigkeit gezeigt hatten. Sicherlich hatte Kellers schon von Sinzendorf und Zinzerling aus dem Haag erfahren, daß die Verbündeten im Haag große Schwierigkeiten hatten, um von den Reichs­fürsten Zusicherungen für die zukünftige Verteidigung der katholischen Niederlande zu erlangen; der König von Preußen hatte sich am meisten widersetzt. Rouillé hatte erklärt, sein König könne mit den Forderungen be­treffend das Elsaß, die Barriere zwischen Frankreich und Piemont sowie die Kurfürstentümer Bayern und Köln nicht einverstanden sein; er selbst sei jedoch bereit, in diesen Punkten nachzugeben, falls Paragraph 37 abgeändert würde in dem Sinne, daß Ludwig XIV. seine Truppen aus Spanien abberufen und dem Herzog von Anjou jede Unterstützung ver­weigern müsse 2e). Aber die Generalstaaten verlangten von ihm Truppen, um Philipp von Anjou aus Spanien zu vertreiben, damit Frankreich nicht als einziges der kriegführenden Länder die Wohltaten des Friedens ge­nießen könne. In einem Protokoll vom 8. Juni erklärten die Generalstaa­ten ganz feierlich, sie erhofften ganz sicher die Zustimmung ihrer Ver­bündeten, um den Krieg bis zum siegreichen Abschluß fortzusetzen 26 27). Die Behauptung Merode-Westerloos betreffend das Urteil Marl- boroughs über die Friedenspräliminarien sah Hortiz als grundlos an. Die Hoffnung auf einen baldigen Frieden hatte er noch nicht aufgegeben. Am 2. Juli schrieb er an Kellers, Sinzendorf habe sich bei einem Aufent­halt in Brüssel vergebens bemüht, die Streitigkeiten zwischen der Her­zogin von Arenberg und ihrem Sohne, die Österreich zu großem Schaden gereichten, zu regeln. Bei Versuchen, Tournai zu entsetzen, hatten die Franzosen schwere Verluste erlitten. Aus Paris wurde gemeldet, Frank­reich würde Spanien räumen. Hortiz erhoffte gute Erfolge von den kaiser­lichen Truppen, die aus Italien dorthin gesandt werden sollten. 26) „Et en cas que le Roy T. C. exécute tout ce qui a été dit ci-dessus, et que toute la Monarchie d’Espagne sóit rendue et cedée audit Roy Char­les III. comme il est accordé par ces articles dans le terme stipulé, on a accordé que la cessation d’armes entre les armées des Hautes Parties en guerre, continuera jusqu’á la conclusion et la ratification des traitez de paix á faire.“ 27) Paragraph 37: „II ne reste plus rien ä faire que de pousser et de continuer de tous costez la guerre avec toute la vigeur possible, que leurs HH. PP. estant résolu de leurs costez de continuer avec leur zéle accoustumé et d’employer leurs derniers efforts comme elles ont fait jusqu’á présent, ne peuvent pás s’attendre á autre chose que du costé des Hauts Alliez et de chacun d’iceux en particulier la mesme chose sóit faite, qu’ainsy ils requiere- ront les dits Seigneurs Ministres d’employer leurs bons offices pour avanger les effects de la mesme chose, pour que de tous costez agissant avec forge et Constance contre l’ennemy commun, l’on contraigne le mesme par Iá, sous l’ayde et la bénédiction de Dieu, d’accepter les conditions d’une bonne et seure paix, dans laquelle les Hauts Alliez puissent trouver tous en général et chacun en particulier leur commune seureté.“ 3*

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