Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)
KUN, Jószef: Das ungarische Kriegsarchiv
672 Archivberichte 686 1770 August 21, Wien. Georg Adam Schäffer, Tapezierergehilfe, bittet um den Titel eines wirkl. Tapezierers zu Schönbrunn, Hetzendorf und St. Veit. Sch. arbeitet seit 2 Jahren alle Tapeziererarbeiten in diesen Lustschlössern und steht seit 20 Jahren in Hofdiensten. f. 202 r — 203 r. 687 1770 September 20, Wien. Dekret für den bisherigen Hoftapezierergehilfen Georg Adam Schäffer zum wirkl. Hoftapezierer zu Schönbrunn, Hetzendorf und St. Veit mit der Unabhängigkeit von den beiden Hofobertapezierern unter Beibehaltung seiner bisherigen Besoldung. f. 238 r — 239 r. 688 1770 Oktober 22, Wien. Der Hofkammer wird mitgeteilt, daß Mathäus Flader, Hofobertapezierer seit 11. Dezember 1752 jährl. 500 Gulden Hofbesoldung erhält und ab 1. Mai desselben Jahres weitere 100 Gulden. Die 150 Gulden erhielt seine Gattin nur bis zu ihrer Verehelichung mit Flader. f. 259 v — 260 v. 689 1770 November 29, Wien Georg Adam Schäffer, wirkl. Hoftapezierer, bittet zu seinem Deputat von je 3 Klaftern hartes und weiches Brennholz, um weitere 4 Klafter, da der Zimmerwärter je 5 Klafter hartes und weiches Brennholz bezieht und in Anbetracht der Aufsicht über das k. k. Haus zu Penzing, wo er mit seiner Familie und 5 Kindern freie Wohnung hat, den Schloßzimmerwärtern gleichgestellt werden möge. Res.: . . . nicht aber vor dem Schäffer, allenthalben keine Augmentation von Holtz Mir mehr zu proponirn. (Schluß und Index im nächsten Band.) UNGARN Das ungarische Kriegsarchiv*). Von József Kun (Budapest—Wien). Die Erfahrungen zeigen, daß das ungarische Kriegsarchiv im Kreise der österreichischen Archivare, Historiker und Forscher nicht unbekannt ist. Seit seiner Entstehung stand das Archiv immer in Verbindung mit österreichischen Organen, in erster Linie mit dem „Staats- und Kriegsarchiv“, und natürlich mit vielen Archivaren und Historikern, die sich um Erläuterungen an uns wandten oder persönlich das Archiv besuchten. Der Kreis der Interessenten hat sich inzwischen verändert und es tauchte von mehreren Seiten der Wunsch auf — insoferne es im Rahmen eines Artikels überhaupt möglich ist — einen Bericht über Vergangenheit, Tätigkeit und Bestände des ungarischen Kriegsarchivs zu schreiben. Diesem Wunsch kommen wir mit Freude entgegen und hoffen, daß diese kleine Arbeit eine Hilfe sein kann all denen, die in den Beständen unseres Archivs forschen wollen, oder in einem anderen Bezug das Archiv in Anspruch zu nehmen beabsichtigen. Das ungarische Kriegsarchiv ist eine verhältnismäßig junge Institution, deren Ursprung in der eigenartigen historischen Vergangenheit des Landes *) Seit 1959 ist das Ungarische Kriegsarchiv im Rahmen des Kriegshistorischen Instituts der Ungarischen Volksarmee tätig.