Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
Österreich 667 654 1767 August 1, Wien. Johann Spenckuch, seit 3 Jahren Tapezierergehilfe bei Hof, bittet um die Stelle eines Hofuntertapezierers. Hiezu meint der erste Hofobertapezierer Johann Georg Spenckuch, daß einem Untertapezierer die Schlüssel zum „Arbeits-Gewölb“ anvertraut werden sollen und daß er auch für Hofreisen gebraucht werde. Johann Spenckuch erklärte sich bereit, bis zur Erledigung einer Untertapeziererstelle sich mit dessen Gehalt zu begnügen. Res.: Wegen den Alten, und daß mir niemahls ein Vortrag geschehe einer Vermehrung. f. 173 r—174 r. 655 1767 August 1U, Wien. Her Schloßhauptmann zu Schönbrunn und Hofmobilien-Inspektor le Noble schlägt vor, zu den zwei Spaliermachem bei Hof zur Instandhaltung und Ausbesserung der vielen kostbaren niederländischen Tapisserien zwei Junge in die Lehre zu geben gegen tägl. Kostgeld von 6 Groschen und jährl. 50 Gulden für die Kleidung, somit würde jährlich jeder 159 Gulden 30 Kreuzer kosten. Res.: Placet. f. 177 v — 179 r. Bewilligung vom 29. August 1767. f. 189 v — 190 r. 656 1767 August 30, Wien. Mathias Flader, Hofuntertapezierer, wird ab 8. Mai 1767 zum zweiten Hofobertapezierer, ohne Besoldungserhöhung ernannt. f. 191 v, —192 v. Hofordonanz an Hofkammer, Hofwirtsohaftsrat und Rechnungs-Revisor vom 11. März 1768 f. 30 v — 31 v. 657 1767 September 28, Wien. Louis Marteil, k. k. niederländischer Spaliermacher, erhält für 36 Tage 18 Gulden Kostgeld von der Hofküchenkassa angewiesen. f. 204 v. 658 1767 Dezember 17, Wien. Joseph Rausch von Traubenberg, k. k. Galerie-Inspektor-Adjunkt erhält auf seine Bitte ab 1. Dezember 1767 zu seiner bisherigen jährl. Hofbesoldung von 100 Gulden, weitere 150 Gulden angewiesen. f. 263 v. 659 1767 Dezember 23, Wien. Joseph Gaßner, 13 Jahre alt, Sohn eines Tafeldecker jungen bei der Kaiserin und Sebastian Wündsch, 14 Jahre alt, Sohn eines Bergwerksbeamten, werden ab 1. Dezember 1767 den beiden k. k. niederländischen Spaliermachern im „Garde des Meubles“ in die Lehre gegeben und erhalten von diesem Zeitpunkt jeder tägl. 6 Groschen Kostgeld sowie jährl. 50 Gulden für Bekleidung angewiesen. f. 270 r — 271 r. 660 1768 Jänner 2, Wien. Georg Adam Schäffer, Hoftapezierergehilfe in Schönbrunn, bittet um eine Beihilfe für seine 5 Kinder. Das Obersthofmeisteramt weist darauf hin, daß Sch. bereits jährlich 500 Gulden Gehalt genießt. In Anbetracht der Kinder, denen er etwas erlernen lassen will, werden etwa 100 Gulden vorgeschlagen. Res.: Placet. f. 1 rv. Beihilfenanweisung ab 1. Jänner 1768 von weiteren 100 Gulden zur Hofbesoldung des Hoftapezierergehilfen Schäffer. f. 6 v, 7 r. 661 1768 Jänner 23, Wien. Philipp Hürnschall, Hofgärtner in Hetzendorf, bittet um außerordentliche Zuweisung von einigen Klaftern Holz zur Erhaltung des „Stöckel-Wercks“ und zur Beheizung des Zimmers für die Gartenleute. Das Hofkontrolloramt