Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

RAUCHENSTEINER, Manfried: Das sechste österreichische Armeekorps im Krieg 1809. Nach den Aufzeichnungen des FZM Johann Freiherr von Hiller (1748–1819)

208 Manfried Rauchensteiner Truppen etwas weiter auseinander verlegt. In dieser Stellung blieb die Armee bis auf eine kleine Veränderung von Regimentern, welche zu anderen Korps zugeteilt worden, bis am 14. Oktober der Frieden unterzeich­net worden. Den 2. November wurde die ganze Armee in Bewegung gesetzt. Das 6. Armeekorps erhielt seine Aufstellung im Barser Komitat. — Den 22. November wurde das Armeekorps wieder in das Neutraer Komitat verlegt. Wegen gänzlicher Auflösung der Armee erschien ein Armee- Befehl, in wie viele Teile die Armee nach und nach zerfallen und in ihre Friedensstationen abzurücken habe. Die Regimenter des 6. Korps waren bis 20. Dezember alle in Marsch nach ihren Friedensstationen gesetzt und am nämlichen Tag in Neutra das Kommando des 6. Armeekorps aufgelöst. Bei Auflösung der Armee kann bemerkt werden, daß, wenn man gleich nach erfogtem Frieden die Regimenter, welche in der Nähe an ihre Bestim­mung gestanden, hätte einzeln dahin in Marsch gesetzt, dem Staat viel­leicht einige Millionen in Geld und mehrere tausend Mann, welche wegen Krankheit zugrunde gegangen, hätten erspart werden können und das Land in Rücksicht der Vorspanne, welche dasselbe wegen der Kreu­zungen, die durch das Hin- und Hermarschieren der Regimenter ver­ursacht worden, wäre verschont geblieben. Das sind demnach die Data, welche sich auf Dokumente gründen, und welche vermög Höchstem Befehl S. Majestät hiemit von Endgefertigtem als Kommandanten des 6. Armeekorps Allerhöchstdemselben unterlegt worden. Freiherr von Hiller e.h. FZM Agram, den 4. Mai 1810

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