Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 17/18. (1964/65)

RAUCHENSTEINER, Manfried: Das sechste österreichische Armeekorps im Krieg 1809. Nach den Aufzeichnungen des FZM Johann Freiherr von Hiller (1748–1819)

Das sechste österr. Armeekorps im Krieg 1809 203 schlug der Feind allsdann die schon größtenteils in Bereitschaft gehabte Brücke und bis 7 Uhr abends war selber mit Kavallerie, Infanterie und Artillerie herübergesetzt, doch immer so aufgestellt geblieben, daß selber außer der Portée des Kanonenfeuers gestanden. General Wimpffen, welcher eben in dem Augenblick dieses Ereignisses zu mir gekommen, äußerte fast seine Freude, daß der Feind doch, wie er behauptet, den Übergang unternommen. Allein ich stellte nur diese Frage, was gegen­wärtig, da der Feind auf dem diesseitigen Ufer, geschehen werde, nach­dem man sich auf seinen Übergang so lange vorbereitet hätte. Ich für meine Aufstellung stände so gut, daß mir solche der Feind nicht for­cieren werde, doch äußerste ,ich meine gegründete Besorgnis wegen dem linken Flügel, nämlich diese, und glaubte ja, es wäre notwendig, alles anzuwenden, dem Feind keine Spanne breit auf dem linken Flügel Terrain zu cedieren, weil sonst unsere ganze Aufstellung verloren sei. Wimpffen ritt von mir fort und sagte nur diese Worte: „Es wird alles geschehen“. Den 1. Juli zu Mittag erhielt ich die Disposition. Die Folge hat gezeigt, daß man dem Feind zu unserem Nachteil gestattet hatte, sich auf unserem linken Flügel immer mehr und mehr auszubreiten und sich der Inseln zu bemeistern. Gegen mich stand der Feind bloß noch immer in dem Wald und hatte seine Vorposten am Rande desselben außer dem Portée. Nachdem vermög Aviso des E. H. Generaliss. K. H. die Verschanzungen gegen den Feind am Rande des Waldes in einer solchen Entfernung an­gelegt worden, daß nur mit Elevation dahin geschossen werden konnte, so war es von keinem Nutzen gewesen, darauf ein großes Feuer zu machen. Sich angegen dieser Schanzen zu bemeistern und darin fest­zusetzen war eine ganz zweckwidrige und nachteilge Sache. Zweckwid­rig, weil der Feind die Vorteile für sich hatte, dieses Terrain mit Geschütz dergestalt zu beschießen, daß sich wohl keine Truppe allda lange halten konnte. Nachteilig war diese Unternehmung oder Aufstel­lung an den Punkten wegen unserer eigenen schon geänderten Position, da durch diese Aufstellung all das Kanonenfeuer, das man dem Feind, wenn sich selber näheren sollte, nicht mehr oder eher zu machen im Stande wäre, bis die vorwärtigen Truppen wieder aus diesem Feuer zurückgekommen; zudem war ja doch schon eher als der Feind wieder übersetze der Grundsatz angenommen gewesen, daß man bloß durch die von Aspern bis Eßling gewählte und verschanzte Stellung denselben hinlänglich verhindern könne. Den Beweis von dieser meiner erstange­führten Ursache gibt ein Befehl, daß nicht mein, sondern der linke Flügel nicht in der Verfassung, in welcher ich mich befunden. Ich kann nach allem den, was ich wegen dem rechten und linken Flügel bereits erwähnt, über die Unentbehrlichkeit des mit meiner Aufstellung im letzten Augenblick sozusagen anbefohlenen neuerlichen Verschanzungs- baus nicht anders sagen, Jals daß die Folge der beste Beweis, daß der Feind

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