Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 485 zweimal zu säubern und mit Firnis aufzufrischen. Der General-Hofbau­direktor erwähnt in seinem Gutachten, daß K. bei den kaiserl. Gebäuden, speziell in der Galerie, mit Vergolden, Metallisieren und Marmorieren sich seit 12 Jahren bestens bewährt hat. Daher wird vorgeschlagen, K. mit Dekret und kleiner Jahresbesoldung anzustellen, obwohl es nicht gebräuch­lich sei, die kaiserl. Hof- und Kammerkünstler und Handwerksleute mit Dekret oder mit Besoldung anzustellen. Res.: Placet, mit 150 Gulden. f. 118 v —121 r. 384 1728 April SO, Wien. Matthias Joseph Katzler wird ab 1. Mai 1728 als kaiserl. Hofvergolder mit jährlich 150 Gulden Besoldung aufgenommen, worüber der Hofkontrol­lor die Besoldungsverordnung auszufertigen hat. f. 122 r v. 385 1728 April SO, Wien. Intimat an den General-Hofbaudirektor Gundacar Graf von Althann über die Aufnahme des Matthias Joseph Katzler als kaiserl. Hofvergolder. f. 122 v, 123 r. 386 1728 Mai 17, Wien. Fabius Zily, kaiserl. Theatral-Adjutant, erhält eine Instruktion und vom heutigen Tage seiner Eidesablegung an eine jährliche Besoldung von 600 Gulden, worüber der Hofkontrollor die Besoldungsverordnung auszu­fertigen hat. Für dessen Vorgänger Vitali wäre bis einschließlich 3. April 1728 die Abrechnung seiner Besoldung durchzuführen. — Gleichzeitig er­hält darüber der Cavagliere Direttore della Musica ein Dekret zugestellt. f. 123 v, 124 v. 387 1728 Mai 2U, Wien. Johanna Philleboin, geborene Scio, wirkliche Hoftänzerin, Ehegattin des Carl Phillebois, Hoftänzer (und Zeichner), um Besoldungserhöhung. Sie hat mit Erlaubnis des Kaisers geheiratet, erhielt als Scholarin 360 Gulden Besoldung, die ihr auf 400 Gulden erhöht wurde. Der Gatte sei nur Hof­tänzer-Scholar mit 360 Gulden Besoldung, sodaß sie sonst gleich bei Antritt ihres Ehestandes in Schulden geraten müßten. Bescheid, daß die Bitt­stellerin abzuweisen sei, da beide Ehegatten zusammen jährlich doch 760 Gul­den Besoldung hätten, und daß sich auch ein Stadttanzmeister ohne Fixum durchbringen müßte. f. 143 r — 144 r. 388 1728 November 5, Wien. Ferdinand Storffer wird nach dem unlängst verstorbenen Matthias Joseph Katzler als kaiserl. Hofvergolder unter gleichen Bedingungen wie Katzler ab 1. November 1728 mit einer jährlichen Besoldung von 150 Gulden auf­genommen, worüber der Hofkontrollor die Besoldungsverordnung auszuferti­gen und die Besoldungsabrechnung für Katzler zu machen hat. f. 199 r v. 389 1728 November 29, Wien. Margarethe Vitali von Löwenfeld, Witwe nach dem am 3. April 1728 ver­storbenen kaiserl. Hof-Theatral-Adjutanten Johann Baptist Vitali von Löwenfeld, über 60 Jahre alt, mittellos, bittet auf Grund 40jähriger Dienste ihres Gatten um Gnadenpension. Es wird, nachdem Vitali als Austern- und Masken-Appalto begann und erst seit 1. Jänner 1707, somit 11 '/2 Jahre in kaiserl. Diensten war, für die kinderlose Witwe eine jährliche Pension von etwa 200 Gulden vorgeschlagen. Res.: Placet, 200 Gulden. f. 206 v — 207 v.

Next

/
Oldalképek
Tartalom