Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 477 336 1721t August 21, Wien. Bescheid an Caspar Neracher, daß sein Gesuch um die kaiserl. Tapeziererstelle abgewiesen wurde. f. 388 v, 389 r. 337 1721t August 21, Wien. Peter Tratter, kaiserl. Supernumerari-Tapezierergehilfe, erhält mit Rücksicht auf seine Tätigkeit bei Hofe und auf der Reise nach Prag die kaiserl. Tapezierergehilfen-Besoldung von jährlich 100 Gulden und täglich einen halben Gulden Kostgeld bewilligt, worüber der Hofkontrollor die Verordnung auszufertigen hat. f. 389 r v. 338 1721t Dezember 15, Wien. Caspar Neracher, kaiserl. Tapezierergehilfe, seit 1704 bei der Königin von Spanien, der jetzigen Kaiserin, als Geselle zur Garderobe, 1708 als Tapezierergehilfe in Barcelona aufgenommen, beschwert sich, daß ihm, als er vor 2 Jahren bettlägerig war, ein Dienstjüngerer in der Untertapeziererstelle vorgezogen wurde. Er bittet daher um die Besoldung als Untertapezierer. Bescheid, daß nach gründlicher Untersuchung seines Ansuchens festgestellt wurde, daß N. erst seit 1. Juli 1714 mit Dekret, jedoch ohne Rang angestellt wurde und daß er bereits am 21. August 1724 (nro. 336) mit einem gleichen Ansuchen abgewiesen wurde. f. 484 r v. 339 1725 Jänner 10, Wien. Bewerber um die Stelle eines kaiserl. Mundschenk, nach den am 2. Oktober 1724 verstorbenen Georg Carl Freiherr von Russenstein: Wenzl von Streitberg, königl. böhmischer Schatzmeister und ältester Truchseß. — Gutachten des Graf Oppersdorff, kaiserl. Obrist Stabeimeister: wenn nicht der Titel eines kaiserl. Mundschenk, so soll ihm die Stelle eines wirkl. kaiserl. Vorschneiders verliehen werden. Res.: Placet. f. 492 v — 497 r. 340 1725 Jänner H, Wien. Bewerber um den kaiserl. Theatraldienst: Johann Baptist Albertino, in Neapel geboren, Sticker, seit längerer Zeit in Wien tätig und von den bürgerlichen und hofbefreiten Stickermeistem angefochten, um die Stelle eines Hof-Theatral-Stickers. A. gibt an, daß er nicht nur für die vorjährige Cavaliers- und Dames-Opera den größten Teil der Theatralkleider, sondern auch für eine jüngere Erzherzogin ein Kleid anfertigte. Der Cavagliere Direttore della Musica Luigi Pio di Savója bestätigt die Angaben des A. und erwähnt, daß A. ihm öfters aus der Not half, wenn andere Sticker keine Arbeit annehmen wollten. Pio di Savója schlägt daher nach Rücksprache mit A. vor, den A. mit einem Ehrendekret als Hof-Theatral-Stieker ohne Besoldung anzustellen unter der Bedingung: 1.) daß A. verpflichtet ist, sämtliche Stickerarbeiten für das Theater und den Hof ohne Widerrede zu übernehmen und pünktlich für Rechnung eines Appaltatoren zu liefern. 2) Der Preis der Arbeiten muß sich nach den zwischen Alberti und dem Appaltator Philipp Joseph Haymerle am 20. Dezember 1724 errichteten schriftlichen Kontrakt halten; 3.) sollte statt Haymerle ein anderer Appalto aufgenommen werden, wäre A. an den genannten Kontrakt nicht gebunden und müsse sich aufs neue mit der Hofkammer oder dem neuen Appaltator vergleichen. Res.: Placet. f. 497 r —499 v. 341 1725 Jänner H, Wien. Anton Galli Bibiena, zweiter Sohn des Ferd. Bibiena, kaiserl. Architekt und Theatral-Ingenieur, seit 4 Jahren zweiter Theatral-Ingenieur und wie