Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)
Zehnte Konferenz der österreichischen Archivdirektoren am 16. und 17. Mai 1962 in Wien
470 Archivberichte 3. Bei der Erörterung des Archivalienschutzgesetzes (Referent: Oberstaatsarchivar Univ.-Doz. Dr. Walter Goldinger, Leiter des Allgemeinen Verwaltungsarchivs), dessen letzter Entwurf bereits den Ministerrat passiert hat und nun im Parlament liegt, wurde festgestellt, daß die Mehrzahl der Bundesländer keine grundsätzlichen Bedenken mehr habe. Einige kleinere, für die Ausschußsitzung im Parlament bestimmte Einwände wurden vorgebracht. 4. Nach dem Bericht über die Stellung der katholischen Kirche zum neuen Archivalienschutzgesetz (Referent: Univ.-Prof. Dr. Franz Loidl, Direktor des Erzbischöflichen Ordinariatsarchivs Wien) ergab sich, daß die Anliegen der kirchlichen Archivare vom Verfassungsdienst vollinhaltlich berücksichtigt worden sind, d. h. die kirchlichen Archive sind im neuen Entwurf nicht mehr enthalten. 5. Aufgabe und Zweck der 1961 gegründeten Vereinigung kirchlicher Archivare Österreichs (Referent: Univ.-Prof. Dr. Franz Loidl), die Besserung dler Situation der kirchlichen Archive in Österreich, wurden von der Konferenz begrüßt, die die Arbeit der Vereinigung unterstützen wird. 6. Der Entwurf neuer Skartierungsvorschriften (Referent: Oberstaatsarchivar Univ.-Doz. Dr. Walter Goldinger) wird laut Schreiben des Bundeskanzleramtes vom 15. Mai 1962 bis zum Inkrafttreten des neuen Archivalienschutzgesetzes ausgesetzt. 7. Probleme und Erfahrungen bei der Mikrofilmung ganzer Registraturen und deren Vernichtung (Referent: w. Hofrat Univ.-Prof. Dr. Karl Lechner, Direktor des Niederösterreichischen Landesarchivs) wurden erörtert. 8. Die Erfahrungen der Landesarchive hinsichtlich der Akten- und Registraturpläne bei den Bezirkshauptmannschaften (Referent: w. Hofrat Univ.-Prof. Dr. Karl Lechner) wurden ausgetauscht. 9. Bei der Besprechung der in Ausarbeitung befindlichen neuen Dienstzweig everordnung und Titelfragen wurde beschlossen, bei den alten Titeln zu verbleiben, da eine einheitliche Regelung dler Titelfrage heim Bund und den Ländern ohnedies nicht zu erreichen sei. 10. Das Problem „Zeitgeschichte“ (Referent: Oberstaatsarchivar Univ.- Doz. Dr. Walter Goldinger) und die aus der Initiative des Unterrichtsministeriums resultierende Intensivierung der Forschungsarbeit auf diesem Gebiet mit ihren Rückwirkungen auf die Archive wurden diskutiert. 11. Die Versuche einer Vereinheitlichung der Benützungsbestimmungen und Benützungsgrenzen der österreichischen Landesarchive führten zu keinem Ergebnis. 12. Die einheitliche Eintragung der Landes- und Kommunalarchive im Österreichischen Amtskalender wurde angeregt.