Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

ERNST, August: Der Hoftag in Eisenstadt 1392

84 August Ernst feierlichkeiten sind uns nicht bekannt. Gewissermaßen als Heiratsgeschenk mutet uns die am nächsten Tage vom König an den Konvent von Zala er­gangene Weisung an, die im Komitate Zala gelegenen Besitzungen Becsehely (Bexenhel) 20), Gerécze21), Bykalya22), Perennye (Perennexe) 23, Borsfa (Basfalva) 24), Csornaha (Charnaha) 25), Kislak (Kyslagd) 26), Janöcz (Ja- nowch) 27 *), Czinegédfölde (Chenegedfelde) 2S) und Szegede (Zedege) 29) unter den Titel einer neuen Schenkung für die Kanizsai-Brüder, Johann XV. Erzbischof von Gran, Nikolaus VI., Oberschatzmeister und Obergespan der Komitate Ödenburg, Eisenburg und Zala und den Szeklergrafen Stefan IV. zu ungeteilter Hand zu intabulieren 30). Im Jahre 1391 hatte der König Nikolaus VI. beauftragt, in seiner Funk­tion als Obergespan von Ödenburg und Eisenburg die Streitfrage zwischen den Bürgern von Güns und dem Abt und Konvent von Klostermarienberg ins Reine zu bringen. Da Nikolaus selbst nicht abkömmlich war, sandte er seine familiares Nikolaus dictus Zarka und den Kastellan von Sárvár, Nikolaus, den Sohn des Daanch, zur Besichtigung des Streitobjektes und zur Einsicht­nahme in die einschlägigen Beweisdokumente. Gleichzeitig forderte er beide Streitteile auf, am 6. Feber31), am Tage der Hochzeit seines Bruders, zur endgültigen Bereinigung des Falles nach Eisenstadt zu kommen, wo auch der König mit den geistlichen und weltlichen Würdenträgern zugegen sein werde32). Die Streitsache, die sich schon ein ganzes Jahrzehnt hinzog, hat folgenden Hintergrund: Die Herrschaftsuntertanen von Lutzmannsburg, die von der Abtei Felder und Weingärten in Zins hatten, verweigerten die jährliche Pachtzahlung, da sie durch die lange Benützung diese bereits als ihr Eigentum betrachteten. Auf eine Klage des Abtes Christian III. beauf­tragte Königin Elisabeth den Obergespan des Komitates Ödenburg, Johann 2») w. von Großkanizsa (vgl. Csánki Dezső, Magyarország történelmi föld­rajza a hunyadiak korában, Budapest 1897, III, 19, 157). 21) Vgl. Csánki a. a. O., 55, 157. 22) Heute Meierhof im Gebiet von Becsehely (vgl. Csánki a. a. O., 36, 157). 23) Vgl. Csánki a. a. O., 93, 157. 24) W. Großkanizsa (vgl. Csánki a. a. O., 33, 157). 25) Heute Wüstung w. Großkanizsa (vgl. Csánki a. a. O., 44, 157). 26) Heute Wüstung, wahrscheinlich in der Gegend von Kanizsa (vgl. Csánki a. a. O., 77, 157). 27) In der Gegend von Szepetnek und St. Martin (vgl. Csánki a. a. O., 65, 157). 28) Heute Wüstung in der Gegend von Szepetnek und St. Martin (vgl. Csánki a. a. O., 45, 157). 29) Szedegeny (vgl. Csánki a. a. O., 103, 157). so) Mályusz a. a. 0., 259 n. 2378. 31) Kovács Ignácz, A Borsmonostori apátság története, (Sopron 1910), 93, hat „feria tertia proxima post festum purificacionis beate virginis“ mit dritten Tag nach Mariä Lichtmeß aufgelöst und kommt deshalb auf den 4. Feber. 32) 1392 I 10, Eisenstadt. Sopronvm. okit. I, 504 n. 353; Jandrisevits Peter, Urkunden und Dokumente über das südliche Burgenland (Manuskript), I, 371; Mályusz a. a. O. 257 n. 2353.

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