Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

MORO, Gotbert: Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv

Zur ältesten Originalurkunde im Kärntner Landesarchiv 221 stein erhebt sich eine heute „Buchberg“ genannte Höhe sowie nordwest­lich davon die Ortschaft Puch, die u. a. Jaksch mit „ad Buochun“ gleich­setzt «O, sodann nach Norden auf dem Kamm über den Amberg zum Mirnock und bis in die Gegend zwischen den zwei Seen, unter denen m. E. der Millstätter und der — möglicherweise zu jener Zeit noch mit dem Afritzer See in Verbindung gestandene — Brennsee zu verstehen sind, sodann nach Osten über den Wöllanernock zum Pfaffeneck und in südsüd­östlicher Richtung zum Puchskopf und zur Görlitzen über den nächsten zum Ossiacher See führenden Kamm, der mit der sogenannten „Peterlewand“, einem Steilabfall, bis nahe an den Ossiacher See herantritt und die West­grenze des 1436 genannten Burgfriedes Ossiach nördlich des Ossiacher Sees und auch zugleich die Grenze des seit dem 13., bzw. 14. Jh. nachweisbaren Landgerichtes Himmelberg bildete und heute noch die Grenze zwischen den Bezirkshauptmannschaften Villach-Land und Klagenfurt-Land trägt; von dort erstreckte sich die Grenze zugleich „mit dem See“, d. h. entlang dem See, bis zu jener Stelle, wo der „rote Felsen“ aus dem Gebiet des Sees (nicht aus dem See selbst) hervorragt; hiebei kann es sich nur um einen der Felsen oder eine Felswand handeln, die sich am Westende des Ossiacher Sees befinden, der 878 sicherlich weiter als heute nach Westen reichte (gibt es doch jetzt noch bei Niederdorf in beträchtlicher Entfernung vom heu­tigen westlichen See-Ende einen Ort „Seespitz, auch Seezipf“ * 68). In wei­terer Folge führte die Grenze nach Süden wohl am ehemaligen Westufer und westlich um St. Ruprecht herum zum Fuß der Geländestufe westlich des Landskroner Burgberges, von Gratschach und St. Michael, so daß sie den Dürren(=Zauchen)bach, der am Rande dieser deutlich erkennbaren Geländestufe zur Drau fließt, erreicht; von seiner Einmündung führte die Südgrenze des Hofgebietes wohl die Drau entlang bis zur Brücke Villach. Dazu erhielt Ötting noch den Berg „Sicouua“, bei dem es sich wohl nur um einen Berg bei Treffen handeln kann, dessen slawischer Name später durch einen deutschen ersetzt worden ist; als solcher bietet sich m. E. der Oswaldiberg an. Bei diesem Grenzverlauf würden der Ossiacher See und der Ossiacher Tauern sowie Tiffen nicht zum Treffner Hof von 878 ge­hören. Dafür scheinen mir noch folgende Gründe zu sprechen: 1. hat Treffen, soweit wir sehen, niemals irgendwelche Rechte am Ossiacher See gehabt. An diesem hatte offenbar zur Gänze nur das Stift 6?) Mon. Car. III, Regest zu Nr. 41; E. Kranzmayer, Ortsnamenbuch von Kärnten II. Teil, Arch. f. vaterl. Gesch. u. Top. 51. Bd., 1958, S. 45 (Jahrzahl auf 878 zu berichtigen). — In diesem zur Zeit der Schenkungsurkunde wohl noch weniger als heute besiedelten engen Drautalstück stimmt die Grenze des späteren Landgerichtes Treffen nicht völlig mit der Hofgrenze von 878 überein, doch handelt es sich um eine unbeträchtliche Abweichung. 68) Ortsverzeichnis von Österreich, Wien 1953. — Bei der Suche nach mar­kant in der Landschaft hervortretenden Felsen wiesen mich dankenswerterweise Herr Ing. Hans Dolenz auf die „Peterlewand" und Herr Prof. Dr. Walther Fre- sacher auf die Felswände bei Niederdorf hin.

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