Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

582 Literaturberichte publizierten Urbare sind nach den geographischen Landschaften des Landes gruppiert unter der in der West-Ost-Richtung entsprechenden Reihe. Der Band erleichtert den Vergleich der Verhältnisse der zahlreichen und voneinander entlegenen Herrschaftsgüter; die Ausgabe bringt Material für alle Landschaften des seinerzeitigen Ungarns. Wir können aus dieser Ausgabe nicht nur die Beziehungen zwischen dem Gutsherrn und dem Bauern und die Abgaben der Bauern erkennen, sondern auch das alltägliche Leben der ehemaligen Wirtschaften. Die Ur­bare geben reicheres und mannigfacheres Material als die Steuerlisten, die Abrechnungen, die Inventare und die Vermögensrechtsakten. Bei der Aus­wahl der Urbare strebte man nicht nur danach, die Naturgegeben­heiten, die Feldwirtschaft, den Wein- und Gartenbau, die Viehhaltung, die Wildpflege, die Forstbewirtschaftung und die Fischerei der Herrschafts­güter zu zeigen, sondern auch den königlichen, kirchlichen und weltlichen Großgrundbesitz und die Länder des niedrigen Adels. Als Zeitgrenze des Bandes kommt einerseits Mohács, anderseits das XVIII. Jahrhundert vor. Die Urbare vor Mohács sind nämlich so wertvoll, daß sie eine Vollsammlung erfordern; die Urbare des XVIII. Jahrhunderts wurden doch immer schematischer. Die Ausgabe bringt den Text der Urbare im Voll- oder fast Volltext. Jedes Urbárium hat eine eigene Laufnummer bekommen. Nach der Lauf­nummer folgt das Datum, der kurze Kopftitel, der Originaltitel und der Text selbst. Bei der Publikation der ungarischen, deutschen, slawischen und rumä­nischen Texte, resp. bei der Publikation der ungarisch gewesenen lateini­schen Ausdrücke (die ungarisch weitergebogen wurden), weiter auch bei der Publikation der lateinischen Wörter, die aus Ortsnamen weitergebildet wurden, folgte man dem Buchstabentreueprinzip (ausgenommen bei den Klein- und Großbuchstaben und der Interpunktion.) Die Abkürzungen der ungarischen, deutschen, slawischen und rumänischen Wörter hat man auf­gelöst, der aufgelöste Textteil wurde kursiv geschrieben. Die Rechtschrei­bung der lateinischen Texte wurde ins klassische Latein übertragen. Unter den lateinischen Ausdrücken blieben unaufgelöst nur die fol­genden: f. (Florenus), d. (Denarius), er. (cruciferus), V. (Viennensis), i.s.i. (in sessione integra), m.p. (manu propria), und no. (numero). Die in dem Text vorkommenden Fachausdrücke sind in der am Ende des Bandes befindlichen Nomenklatur erklärt und nach der lateinischen Form gruppiert. Am Ende des Bandes folgt das Verzeichnis der Maße, der Münzsorten und der Feste; weiter auch das Personen- und Ortsnamen- und Sachregister. Der Band wird von zahlreichen Tabellen, Landkarten, Faksi­miles und gleichaltrigen Stichen ergänzt. Zum Verständnis des Textes der Urbare dienen die kurzen Geschichts­übersichten, die die Urbare der Herrschaftsgüter einleiten und die auch die mit dem Herrschaftsgut zusammenhängende Literatur geben. Zu dem Band hat Ferenc Maksay eine Einleitung geschrieben, in der er die Ergebnisse zusammengefaßt hat, die man aus den publizierten Ur­baren herauslesen kann und die in Zusammenhang mit den Forschungen in den letzten Jahrzehnten stehen. Die Einleitung beschreibt den Bevölke­

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