Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

572 Literaturberichte Kirchengeschichte Wodka Josef, Kirche in Österreich — Wegweiser durch ihre Geschichte. — Verlag Herder, Wien 1959, XII und 496 Seiten. Die Besprechung dieses Buches darf man, ohne sich des Vorwurfes eines vorschnellen Urteils auszusetzen, getrost mit einem Dank an den Verfasser beginnen, einen Dank dafür, daß er die schwierige Aufgabe auf sich genommen hat, dieses Handbuch zu schreiben. Für diesen Wegweiser durch die Kirchengeschichte Österreichs bestand wirklich ein Bedürfnis und er hat sich, abgesehen von manchen geäußerten Sonderwünschen und vorgebrachten Einwänden, für Forschende, Lehrende und Lernende als unentbehrlich erwiesen. Mit dieser Feststellung ist auch schon die gebüh­rende Anerkennung ausgesprochen. Das Werk muß von seiner Funktion als Handbuch aus beurteilt werden. Einem Handbuch über ein derart umfangreiches historisches Material drohen vor allem zwei Gefahren: die eine ist die, daß die Darstellung in der Fülle der Einzelfakten und Details ertrinkt und den Zusammenhang mit den großen Leitlinien der geschichtlichen Entwicklung verliert, die andere die, daß in den Höhen geistvoller Konstruktionen und essayistischer Gesamtübersichten die lebendigen Details und kraftvollen Einzelereignisse verdorren. Wodka hat, die Extreme wohlweislich meidend, den richtigen Mittelweg zu finden gesucht und in Zweifelsfällen eher ein Abgleiten auf die Seite des Details und der lokalen Ereignisse in Kauf genommen. Das wird sehr leicht verständlich, wenn man bedenkt, welch ungeheure Masse von historischen Fakten auf knapp 500 Seiten darstellerisch zu bewältigen war; es mag für den Verfasser nicht immer leicht gewesen sein, das durch ausgedehnte eigene Forschungen eingebrachte Detailwissen zugunsten der Straffung des Handbuches zurückzudrängen. Doch wie gesagt, leichter verträglich für ein Handbuch ist ein Exzedieren in dieser Richtung als ein Überbetonen großer Linien und Probleme in simplifizierenden Essays und kritischen Analysen. Kurzgefaßte, den Einzelkapiteln vorangestellte Über­sichten, die die Gesamtzusammenhänge deutlich sichtbar werden lassen, würden dem Werk keinen Eintrag tun. Es ist dem Kirchenhistoriker Wodka jedenfalls gelungen, das Wesentliche aus der österreichischen Kirchen­geschichte in komprimiertester Form in einem Handbuch darzustellen, dessen Nützlichkeit und Verwendbarkeit alle, die es heranziehen, dankend bestätigen werden. Die österreichische Kirchengeschichte, aufs engste verflochten mit der politischen Geschichte, der Verfassungs-, Verwaltungs- und Wirtschafts­geschichte, mit der kulturellen und sozialen Entwicklung dieses Landes, das doch von seinen Anfängen an ein katholisches Land katexochen war, bietet nicht nur außerordentliche Schwierigkeiten bei der Auswahl des Stoffes für die Form eines Handbuches, sondern auch für die Akzentvertei­lung hinsichtlich der großen regionalen Unterschiede und autonomen Be­sonderheiten der einzelnen Landesteile. Hierin hat sich der Verfasser sei­nem im Vorwort niedergelegten Leitgedanken entsprechend mit Erfolg bemüht, „die einzelnen Perioden aus den eigenständigen formenden Kräften heraus zu charakterisieren und möglichst gleichmäßig zu behandeln, das

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