Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)
VESELINOVIC, Rajko L.: Die „Albaner“ und „Klimenten“ in den österreichischen Quellen zu Ende des 17. Jahrhunderts. Historisch-geographische und ethnographische Abhandlung
226 Rajkó L. Veselinovic glied der Französischen Akademie, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Landkarte Ungarns und jener Länder, die von ihm angeblich einmal abhingen und so nahm er in diese Karte nebst anderen Ländern auch Serbien, Makedonien und Albanien auf. Auf dieser Karte sind die Klimenten — ähnlich den Erklärungen in den genannten einheimischen Quellen — in ihren wahren Stammesgrenzen im Massiv der Gebirge Pro- kletije, den Bergen (Malessia von Skutari) eingetragen und nicht nach Marsiglis Muster. Nordwestlich grenzten sie an die Stämme von Kuci und Gruda, im Süden an den Stamm der Kastraten. Pilot ist auch auf dieser Karte als besonderer Landstrich dargestellt, von den Klimenten getrennt93). So steht es auch mit den übrigen historischen und kriegshistorischen Landkarten vom Ende des 17. und aus dem 18. Jahrhundert: Nirgends begegnen wir Marsiglis Teilungsart Altserbiens und Makedoniens und eines Stückes Montenegros auf das Türkische Albanien (Albania turca), bzw. auf die Klimenten darin. Wenn zwar auch diese Karten, wie schon gesagt, unvollständig und teils falsch sind, waren sie trotzdem nach dem Prinzip der historischen Grenzen angelegt oder im Sinne der türkischen Verwaltungseinteilung und auf allen, gleichviel ob sie in Paris oder London, Amsterdam oder Nürnberg hergestellt waren, stets gehören darauf Ipek und Pristina zu Serbien und nicht zum Epirus oder zum Siedlungsgebiet der Klimenten. Dasselbe gilt für Prizren, Djakovica, Vucitrn und andere Städte. Einzelne davon, wie z. B. Prizren, sind darauf im Rahmen des damaligen Bosnien enthalten, aber nie in den Grenzen Albaniens. So ist auch diese Frage teilweise oder völlig beleuchtet auf den Karten, die nach 1688 in Amsterdam Frederik de Wit herstellte und ebenso auf den Karten von Piter Schenk (1660—1718) von 1705, wie auch auf jenen des Johann Baptist Homann (1664—1724) und seines Schülers Matthias Seuter (1678—1754) aus Nürnberg; ferner von Isaak Tirion, bzw. J. Kaiser von 1733 94 *) und Christophor Weigel (1654—1725) 9ä), John Senex96), und verschiedener anonymer Verfasser von 1797 usw.97). Schließlich wäre hier wichtig noch zu erwähnen, daß auf den historischen Karten der türkischen Geschichtsliteratur die Grenzen Albaniens niemals in Graf Marsiglis Weise mit Einschluß Serbiens dargestellt werden, sondern sie sind konform mit den Grenzen der erwähnten einheimischen Quellen jener Zeit. Auf den Karten serbischer und anderer Länder unter den Türken aus der Zeit von 1557—1699 und 1699—1877, ist 93) Muzej grada Beograda: Istorisko odelenje I, Q 115. M) Ebendort: 77, 79, 84, 116, 373, 759. ") Bibliotéka Istoriskog instituta SAN u Beogradu: k. k. 10/Inv. broj 9826. 96) Muzej grada Beograda: Istorisko odelenje 1, I, 90. 97) Narodna bibliotéka u Beogradu: Pomoéne zbirke, kutija 93/99, fasz. „Evropa“.