Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780

Rezensionen 571 dann allerdings eines Registers bedarf, ist längst gefallen, hat auch für die ältere Zeit überwiegende Gründe für sich. Ob man von der Mitte des 17. Jahrhunderts an nicht doch auf bloße Namenslisten übergehen sollte, wird im gegebenen Zeitpunkt neuerdings zu überlegen sein. Walter Goldinger (Wien). D o r d e 11 Alexander, Die Ordnung zwischen Kirche und Staat. Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien-München 1958, kart. 207 Seiten. Das vorliegende Buch des bekannten Kirchenrechtlers ist die Nieder­schrift einer Vortragsfolge, die Dordett über das Verhältnis von Kirche und Staat in der Volkshochschule Wien-West gehalten hat. Es gliedert sich in zwei Hauptteile: „Das Werden der Grundsätze“ und „Einführung in die Grundsätze“. Im ersten Teil wird eine reich verzweigte Darstellung des Kirchen- und Staatsbegriffes vom Urchristentum bis zur vom Liberalis­mus geforderten völligen Trennung der beiden Gewalten geboten. Die Lehre der mittelalterlichen Theologen über die „zwei Schwerter“ und die Inquisi­tion werden dabei besonders eingehend behandelt. Der zweite Teil erläutert den Staatsbegriff des Naturrechts, aus dem die Normen für die praktische Verhaltensweise des Staates und seiner Bürger abgeleitet werden. Der Ordnung zwischen Kirche und Staat kommt zu jeder Zeit für beide Institutionen entscheidende Bedeutung zu. Von besonderem Interesse ist diese Frage aber naturgemäß in jenen Staaten, deren Bürger sich in ihrer Mehrheit zum Katholizismus bekennen. Die spezielle österreichische Pro­blematik in diesem Bereich kommt jedoch — anscheinend mit voller Ab­sicht — nur bei der knappen Behandlung des Josephinismus zum Ausdruck. Dafür ist aber die Menge des vom Verf. zusammengetragenen grundsätz­lichen Materials um so größer. Wieviel Mühe die Bearbeitung eines derart umfangreichen und diffizilen Gebietes erfordert, kann eigentlich nur der Fachmann beurteilen und ihr Ergebnis dankbar zur Kenntnis nehmen. Deswegen bedauert aber gerade er das durch die Entstehungsgeschichte der vorliegenden Publikation bedingte Fehlen des wissenschaftlichen Apparates, der möglicherweise auch dem Laien das Verständnis einiger besonders schwieriger Probleme erleichtern könnte. Im Allgemeinen hat es der Verf. jedoch ausgezeichnet verstanden, seine große Sachkenntnis in in den Dienst der dargelegten Ideen zu stellen. Erika Weinzierl-Fischer (Wien). S k a 1 n i k Kurt, An der Wiege der österreichischen Journalistik. Österreich- Reihe Band 55, Bergland Verlag, Wien 1958, brosch., 44 Seiten. Die Bedeutung des Revolutionsjahres 1848 für die Entwicklung der Wiener und der gesamtösterreichischen Presse ist der Gegenstand der vorliegenden Studie des Verf., der — selbst Historiker und Journalist ■— Chancen und Gefährdungen der Presse in politisch unruhigen Zeiten klar zu kennzeichnen versteht. Es gelingt ihm, auf knappstem Raum sowohl die Situation der von der Zensur gehemmten oder von Metternich gegängelten Presse des Vormärz als auch den Mißbrauch der neu gewonnenen Freiheit prägnant und instruktiv darzustellen. S. geht auch auf die zahllosen publi­zistischen Neugründungen jenes von Aufregung erfüllten Sommers 1848 ein; die Mehrzahl von ihnen hat die Oktoberrevolution nicht überdauert,

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