Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780
Rezensionen 565 Tagen nach der Kapitulation vom 9. IX. 1943 führte, aufgeschlagen. Der Autor der „Ultima vicenda della quinta armata“ steht als handelnde und mitleidende Hauptperson den Ereignissen keineswegs abgeklärt und objektiv kritisch, sondern als der im Grunde seines Herzens stets germanophob gebliebene und seinem Könige in blinder Treue ergebene süditalienische Hocharistokrat gegenüber. Zur Situation! Der 5. Armee war die Sicherung Mittelitaliens vom Garigliano im Süden bis über La Spezia im Norden unter besonderer Berücksichtigung der Westküste anvertraut worden. Diese Aufgabe war für die nur euphemistisch als Armee bezeiohnete Truppe unlösbar, da sie nur aus einer gefechtsklaren Infanteriedivision, aus dürftig ausgerüsteten Küstenschutzabteilungen und den Resten der von der Ostfront abgezogenen zerschlagenen Verbände der 8. Armee bestand und noch dazu in Eile zusammengesetzt worden war. Auch Angehörige der zahlreichen, aber nur mit militärbürokratischen Aufgaben vertrauten Ortskommandanturen konnten keineswegs zur Hebung ihrer Schlagkraft beitragen. Bezeichnend für die von General Caracciolo selbst zugegebene undurchsichtige Haltung der obersten italienischen Heeresleitung war die Tatsache, daß diese schon lange vor dem 9. IX. 1943 ihre Aufgabe weniger in der Abwehr der zu erwartenden anglo-amerikanischen Landung, als vielmehr in einem plötzlichen Schlag gegen den lästigen und als wahren Hauptfeind angesehenen deutschen Bundesgenossen erblickte. Unerträglich angespannt waren nach dem Sturze Mussolinis die Beziehungen zwischen den italienischen und deutschen Stäben, da auch letztere, die bevorstehende Kehrtwendung vorausahnend, sich dementsprechend taktisch einstellten. Dieses Vorgehen des „alleato“ wird von Caracciolo als illoyal und perfid bezeichnet. Eine schwer verständliche Einstellung, da der General als reiner Militarist seine Unerfahrenheit in der Politik eingesteht und somit auch weltanschauliche Probleme kaum ausschlaggebend gewesen sein dürften. Die im Rundfunk durchgegebene Kapitulation trifft ihn in seinem in Orte gelegenen Hauptquartier dennoch ganz unvorbereitet. Die Verbindung zum Comando Supremo ist sofort abgebrochen. Die deutsche Kriegsmaschinerie funktioniert hingegen prompt und klaglos. Kurz und nur sporadisch ist der Widerstand der quinta armata, die sich demoralisiert in rascher Folge auflöst. General Caracciolo, der aus dem Untergrund den Widerstand gegen die Deutschen fortsetzen wollte, wurde (Anm. des \erf.) einige Wochen später in Rom von den deutschen Militärbehörden verhaftet. Möglich- und begreiflicherweise hat die deutsche Haft den endgültigen Tenor dieser „ultima vicenda“ mitbestimmt, die, verglichen zu den anderen, jeder fachlichen Kritik standhaltenden Beiträgen irgendwie aus dem Rahmen fällt und daher zweckmäßiger an anderer Stelle hätte veröffentlicht werden sollen. Von den zahlreichen kleinen Beiträgen verdient vor allen Arnaldo M o m i g 1 i a n o’s Aufsatz „L’ereditä della filológia antica“ eine sprachlich meisterhaft gehaltene und als Diskussionsgrundlage gedachte Untersuchung der der Philologie im Laufe der Antike, Mittelalter, Neuzeit und Gegenwart zugewiesenen Aufgaben besondere Beachtung. Breiten Raum gewährt die „Rivista storica italiana“ ausführlichen Buchbesprechungen. In diesem Rahmen wurden nachstehend angeführte