Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)
SPRUNCK, Alphonse: Zwei österreichische Forschungsreisen aus der Zeit Josephs II.
Zwei österreichische Forschungsreisen aus der Zeit Josephs II. 421 Thiere zu bekommen, alle solche Ausgaben daran wenden, ohne welche selbe nicht zu erhalten sind.“ Boos und Scholl kamen Ende November in Brüssel an. Am 7. Dezember schrieb Mercy-Argenteau an Belgiojoso, vor dem Schluß des Jahres würden keine Schiffe aus französischen Häfen nach Südafrika fahren. Von Brantsen hatte er zwei Empfehlungsschreiben erhalten; auch an den Maréchal de Castries hatte er sich in demselben Sinne gewandt. Am 14. bat er die Bank Nettine, den beiden Forschern Kreditbriefe bis zum Betrage von 15000 Gulden für ihre Korrespondenten in Südafrika auszustellen; Boos hatte diese Summe als genügend angesehen. Am 17. Dezember schrieb Belgiojoso an Cobenzl, die Reise der beiden Österreicher von Wien nach Brüssel habe 357 Gulden 2 Stüber 4 Heller Bra- banter Währung, ihr Aufenthalt in Brüssel 262 Gulden 10 Stüber 6 Heller gekostet. Für die Reise nach Holland hatte der bevollmächtigte Minister ihnen 200 Gulden ausbezahlt; vor ihrer Abfahrt nach Südafrika sollten sie dort tausend holländische Gulden als vorläufige Abzahlung erhalten. Boos hatte Empfehlungsbriefe erhalten für den Bürgermeister Huydecoper von Amsterdam, und für Boers, den ersten Fiskaladvokaten der ostindischen Gesellschaft; diese ihrerseits würden ihm Empfehlungen für die holländischen Kolonialbehörden ausstellen. Die von Mercy-Argenteau für ihn erwarteten Empfehlungen sollten ihm durch Felix Carli, den kaiserlichen Gesandten in Amsterdam, übermittelt werden. Am 22. Dezember schrieb Boos von Amsterdam folgenden Brief an Belgiojoso: Hochgebohrener Reichs Graff! Gnädigster Herr! Euer Excellenz berichte unterthänigst, dass wir nach einer viertätigen Reise von Brüssel am 20. Dezember Abends hier angekommen, wo ich sogleich den 21. früh den K. Herrn Consul Carli, den bey Herrn von Crum- pipe empfangenen Brief Übergabe, derselbe ware so gütig mich durch den jungen Herrn Carli zu denen Herren Hope, Huydecoper, und Broers führen zu lassen, wo ich auch die vor dieselben erhaltenen Briefe übergab, alle diese Herren versicherten, da am 17 und 18 Dezember alle Schiffe ihrer Compagnie schon in die See gegangen, und wir während denen vierundzwanzig Tägen als wir in Brüssel warten musten, die Gelegenheit von die- sesmahl versäumt haben, nach dem Cap zu gehen. Herr Broers Advokat der Compagnie wird heute dieserwegen an Herrn Brandsen nach Paris schreiben, und versichert zugleich, das, wan auch die Schiffe noch nicht abgesegelt wären, wir dannoch niehmals ohne Erlaubnis der Herren Generall-Staaten, und der vorher zu treffenden nötigen Anstalten mitreisen könten. In der Kanzley bei Herrn von Reuss zu Brüssel that ich zweymahl die unterthänige Vorstellung, das uns an dem Ort der Einschiffung einige Tage nötig seyn, um dasjenige was zur Reise unentbehrlich, und an einem fremden Welttheile nicht zu finden ist, anschaf- fen zu können,