Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)

ARETIN, Karl Otmar Freiherr von: Eugen Beauharnais' Königreich Italien beim Übergang zur österreichischen Herrschaft im April 1814. Aus den nachgelassenen Papieren des k. k. Feldzeugmeisters Ludwig Frh. von Welden

276 Karl Otmar Freiherr von Aretin Illyrien würde durch die Aufstellung der damals noch mit den Franzosen alliirten Baiern, die das Traunviertel und das Salzburgische besetzt hielten — abgezogen oder in Schach gehalten werden. Der Prinz gründete hier­auf und auf die unglückliche Wahl seiner Generale, wie zb. General Pino und General Belotti 4i>) etc. seine erste erlittene Niederlage, welche selbst durch das rasche Vorrücken und das Zurückwerfen der Österreicher über die Drau bei Feistritz am 6. September, nicht aufgewogen wurde. „Ich war“, sagte er, „am 11. September mit meinem Hauptquartier in Laibach angekommen, wo ich — was disponible war — nach allen Richtungen sandte, um mir Luft zu machen. Mein rechter Flügel unter Pino ging wieder gegen Triest, vertrieb den Grafen Nugent aus dieser Gegend; allein mein unglücklicher General verfolgte ihn bis Fiume, während dieser in Istrien neue Streitkräfte sammelte, und wieder in unsere rechte Flanke vordrang. Was ich auf der Straße über Weixelburg nach St. Maréin vor­schob, berichtete mir, es stünden da 4 Brigaden unter kroatischen Gene; ralen, deren barbarische Namen ich heute noch nicht aussprechen kann.“ Ich bemerkte, es seien allerdings die Generale Radivojévieh, Rebrovich, Zirich und Roditzky gewesen, allein nur mit 2 Bataillons und 1 esca- dron50). „Den General Belotti hatte ich, nachdem er Krainburg wieder genommen, zur Eröffnung der Verbindung mit Grenier gegen den Loibl détachirt: er berichtete, daß er durch 3 Tage diesen Paß, der wohl mit 1000 Mann besetzt sei, vergebens und mit großem Verlust angegriffen habe.“ Es waren etwa 43 Jäger unter dem Hauptmann Moll. „Dieser Held — fuhr der Prinz fort — ward später mit dem größten Theil seiner Bri­gade bei Krainburg im freien Felde gefangen. Ich war beinahe froh ihn los zu sein.“ Nun rührte sich auch Ihr centrum gegen Villach, ich mußte meinen linken Flügel verstärken, und meine Stellung in Laibach war nicht mehr haltbar, so daß ich es Ende September verließ, um hinter den Isonzo zurückzugehen. Ich mußte dies umso mehr, als ich jetzt das Lossagen der Baiern von Napoleon erfuhr und meine Lage wurde umso bedenklicher, als General Bonfanti, ein anderer meiner Braven, mir meldete, er habe vor einer großen feindlichen Übermacht aus dem Pusterthal bis Trient zurückgehen müssen“ 51). — „In den ersten Oktobertagen hatte ich mein gesammtes corps hinter dem Isonzo vereinigt; — bis dahin ohne eigent­liche Schlacht — nur durch einzelne Niederlagen genöthigt Kroatien und 4») Belotti, Gaspare, italienischer Brigadegeneral, wurde Dezember 1814 wegen seiner Teilnahme an der Militärverschwörung verhaftet. 5°) Radivojévieh, Paul Frhr. v. Feldm. Leutnant, f 1829, eroberte 1813 Illyrien. Wurzbach 24, S. 201 f. Rebrovich (1756—1830), Generalmajor, für die geschilderte Waffentat gegen General Belotti erhielt er das Militär Maria Theresienkreuz, Wurzbach 25, S. 84—86. Roditzky, Karl Frhr. v. (1787— 1845) gehörte 1813/14 als Hauptmann im Generalstab zur Brigade des Generals Rebrovich. Erhielt dafür das Ritterkreuz des Militär Maria Theresienorden. 1839—45 Präsident der Bundes-Militärkommission, Wurzbach 26, 223—25. si) Bonfanti, Antonio Baron, italienischer General.

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