Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)

WALDSTEIN-WARTENBERG, Berthold: Die Grundherrschaft der Herren von Arco bis zu ihrer Erhebung zur Grafschaft im Jahre 1413

Die Grundherrschaft der Herren von Arco 19 Auch in den übrigen Pfarren und Talgemeinden Judikariens verfüg­ten die Arcos über ähnliche, wenn auch nicht so ausgedehnte Besitzungen. In den südlich von Arco gelegenen Pfarren Riva und Nago befanden sich nur in der letztgenannten größere Güter. Hier lag die Burg Penede, zu der neben zahlreichen Olivengärten auch ein von Unfreien bewirtschafteter Hof gehörte. Nach dem Einkünfteverzeichnis von 1287 betrug dessen Ernte in diesem Jahr 84 Galeten Weizen, 7 Galeten Roggen und iy2 Galeten Bohnen108). Von den Olivengärten bezog Ulrich Pancera im Jahr 1267 24'/2 Galeten Öl109). Im Hafen von Torbole besaß das Herrengeschlecht, ähnlich wie in Arco, Häuser und Mühlen. Über einen ähnlichen Besitz verfügten sie im zweiten Hafen des Garda­see, in Riva. Neben dem Häuserbesitz herrschte hier der Weinbau vor, der im Eigenbetrieb stand. Die Lage der Weingärten ist in einem Verzeichnis des Jahres 1356 beschrieben110). Ein größerer Besitz dürfte auch bei Brione gelegen gewesen sein. Hier hatten sich im Laufe des 13. Jhd. fünf Bauern von ihren Grundlasten losgekauft und diese als Lehen in Emp­fang genommen. Bereits 1299 werden sie unter den Vasallen aufge­zählt111). Ulrich Pancera hatte 1274 in Brione um 100 Pfund einen Hof gekauft, zu dem 31 Olivenbäume und ein Weingarten gehörte112). Nördlich von Riva liegt die Pfarre Tenno. Hier saßen im 13. Jhd. fünf Vasallen Ulrich Panceras, die im Jahre 1266 aus dem Besitz seines Vetters Riprand an ihn übergegangen waren113). Über die Grundholden dieser Pfarre des 13. Jhd. sind wir aus dem Einkünfteverzeichnis von 1299 genau unterrichtet. Der caniparius Ognabonus zählt 22 Bauern auf, deren Ab­gaben in Weizen und Roggen bestanden114). Westlich von Tenno schließt das Ledrotal an, das die Flußtäler der Sarca und Chiese verbindet. In allen Ortschaften dieses Tales saßen arcoische Grundholden. Als Riprand 1260 durch seinen villicus Odoricus de Vulpesino die Zahl seiner Hintersassen feststellen ließ, ergab sich, daß in jeder der acht genannten Ortschaften (villae) jeweils zwei bis fünf Grundholden saßen115). Fast in jeder Ortschaft nannte sich einer der verzeichneten Grundholden „vasallus“. Möglich, daß letztere nicht nur für den Schutz der übrigen von den Arcos abhängigen Leute zu sorgen hatten, sondern darüber hinaus auch deren Abgaben einsammelten, um sie dann weiter dem villicus abzuliefern. Vielleicht saßen sie auf befestigten Höfen, die im Bereich der arcoischen Grundherrschaft wiederholt erwähnt werden. 108) Ebda, Busta 10. 10°) Ebda. n°) Trient, Biblioteca comunale, Sammlung Segala, 26. Bd., fol. 471 f. m) Mantua, Busta 10. 112) Ebda. 113) Mantua, Busta 10. 114) Ebda, Busta 11. 115) Ebda, Busta 10. 2*

Next

/
Oldalképek
Tartalom