Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 11. (1958)

CORETH, Anna: Das Schicksal des k. k. Kabinettsarchivs seit 1945

Rezensionen 535 segnete. Da meint auch der Leser die Schwüle des ermattenden Schirokko- Tages zu spüren: „nuvole giallonere passavano sulle nostre teste verso Sant’Angelo e San Pietro“ und über die kniende Menge „passava l’idea della crociata“ (S. 238). Ähnlich zeichnet er den Eindruck des päpstlichen Ediktes vom 31. März (S. 256 f.) und der Allokution vom 29. April 1848 (S. 261 f.), bis er am Ende zu folgendem Resultat kommt: „Tuttavia, sebbene quest’ultima sollevazione italiana debba essere considerata a priori come delittuosa, a posteriori dobbiamo giudicarla in altro modo. In essa scorgiamo chiaramente un postulato, dhe finirä per prevalere, perché deve prevalere. É il postulato dell’unitä e dell’indipendenza, il postulato per cui l’Italia deve essere italiana e non piü austriaca, non piü francese“ (S. 272 f.). Der rührige Direktor des Italienischen Kulturinstituts in Wien und zugleich Dozent an der hiesigen Universität, Angelo Filipuzzi, dem wir schon viele aufschlußreiche Arbeiten zur Geschichte des Risorgimento danken und der neben dem Emeritus der Universität Padua, Roberto Cessi, der einzige Italiener ist, der die österreichischen Archive systematisch nach ihren diesbezüglichen Schätzen durchkämmt, hat auch die Denk­schrift des Legationssekretärs Weiß von Starkenfels im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien entdeckt und sie, kommentiert und mit einer histori­schen Einleitung versehen, übersetzt herausgegeben, wobei er nur viel­leicht der ein wenig suspekten Persönlichkeit des Verfassers größeres Augenmerk hätte schenken sollen. Für Österreich, wo die damalige Lage der Dinge bekannt ist, von geringerer Wichtigkeit, wird die Edition für Italien bestimmt wertvoll sein, weil sie die lange Zeit dort chauvinistisch umgesehene Situation ins rechte Licht rückt, in Einzelheiten korrigiert und somit gleich dem 1955 erschienenen „Pace di Milano“ des gleichen Autors den einzig möglichen Weg zum gegenseitigen Verständnis zweier Länder und Völker weist: denn geschichtlich denken heißt nicht, den Partner oder den Gegner entrechten, sondern vielmehr ihm gerecht werden. Hanns Leo Mikoletzky. Engel-Janosi Friedrich, Österreich und der Vatikan, Bd. I. Die Pontifikate Pius’ IX. und Leos XIII. (1846—1903), Verlag Styria, Graz—Wien—Köln (1958), XXIV und 323 Seiten. Wie schon aus dem Titel abzulesen ist, geht es dem Verfasser um die Darstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und dem Vatikan. Diese Feststellung gleich an die Spitze der Besprechung zu stellen, scheint zur klareren Abgrenzung des Arbeitsfeldes, das der Autor durchgeackert hat, geboten, um einer Überforderung von seiten des Lesers in der Richtung auf eine Gesamtdarstellung des Verhältnisses von Kirche und Staat im dargestellten Zeitraum zu begegnen. Das behandelte Arbeitsfeld umfaßt allerdings den ganzen weiten Bereich der politischen Beziehungen zwischen der katholischen Großmacht Österreich-Ungarn und dem Papsttum und bietet damit ein umfassendes Kapitel der politischen Geschichte des modernen Papsttums, dessen vollständige Darstellung, wie der Verfasser in seiner Bescheidenheit meint, „gewiß unerreichbar sein wird, solange die Bestände des Vatikanischen Archivs nicht erforscht

Next

/
Oldalképek
Tartalom